"Kein erhellendes Gespräch. Weil Schawinski den Gast kaum zu Wort kommen lässt", so das Urteil von blick.ch über die Talksendung vom Montagabend. Nach einer halben Stunde sei der Zuschauer so klug wie zuvor gewesen. Auch 20min.ch ist vom Talkmaster enttäuscht: "Ein Gespräch, in dem Roger Schawinski alles dafür tat, dass sein Gegenüber ja nicht mehr als zwei zusammenhängende Sätze äusserte". Schawinski habe "gewissenhaft die aufsehenerregenden Stichworte" abgearbeitet, wobei dem Zuschauer ein tiefer Einblick ins Seelenleben des Fifa-Medienchefs jedoch verwehrt geblieben sei.
"Schawinski in Topform", schreibt der Tagi
Auch tagesanzeiger.ch ist mit der Informationsausbeute unzufrieden. Doch: Dass nichts Neues auf den Tisch kam, habe nicht an Schawinski gelegen. "Dieser war in Topform, er hatte die Fakten und die Timeline offenbar verinnerlicht, seine Nachfragen kamen wie Geschosse, wenn de Gregorio versuchte, sich in Allgemeinplätze zu flüchten", heisst es auf tagesanzeiger.ch. De Gregorio habe genau gewusst, was er sagen wollte und was nicht, beziehungsweise was seine Aufgabe im Gespräch ist: die Politik der Fifa erklären und den Chef gut aussehen lassen.
Bild.de macht den Witz zu einer Story
Einig sind sich die Kommentatoren aber in einer Sache: Alle loben de Gregorios Witz. Die einen finden es gut, dass der Fifa-Kommunikationschef in einer Situation, in der man eigentlich nicht viel zu lachen hat, Humor zeigt und "so gute Witze erzählt". Andere mögen die unvermittelte Selbstironie des Fifa-Sprechers. Deutsche Journalisten waren so sehr angetan, dass sie daraus kurzerhand eine Geschichte bauten: "Den Humor haben sie nicht verloren: Fifa-Sprecher erzählt Blatter-Witz", heisst es am Dienstagnachmittag auf bild.de.
Witz am Anfang statt am Schluss
Nur schade, dass dieser Höhepunkt erst zum Schluss der Sendung kam. Blick.ch bietet hierzu einen durchaus bedenkenswerten Input an die Adresse von Roger Schawinski. Anstatt mit seiner stereotypen Frage: "Wer sind Sie?" einzusteigen, hätte Schawinski besser seine letzte Frage vorgezogen, als er de Gregorio bittet, seinen Lieblings-Fifa-Witz zu erzählen. (eh)
Bild: Screenshot SRF