Konzentration nach Drohung Lebruments

Rätoromanische Medien - Redaktionen von ANR und "La Quotidiana" rücken zusammen.

Die Redaktionen der rätoromanischen Nachrichtenagentur ANR und der Tageszeitung "La Quotidiana" (LQ) sollen näher zusammenrücken. Ziel ist es, Synergien zu gewinnen, wie der Stiftungsrat der Agentur am Donnerstag mitteilte.

Die Sitzung des Stiftungsrates der Agentura da Novitads Rumantscha (ANR) am Donnerstag erfolgte nach einer Drohung von Verleger Hanspeter Lebrument. Der "Südostschweiz"-Herausgeber hatte erklärt, die romanische Tageszeitung ab 2009 nur noch einmal wöchentlich herauszugeben, falls das Blatt nicht günstiger produziert werden könne.

Um die Herstellungskosten zu senken, gelangte Lebrument an den Stiftungsrat der ANR. "La Quotidiana" sei für die romanische Sprachbewegung von sehr grosser Bedeutung, hielt der Stiftungsrat fest. Die ANR müsse aber unabhängig bleiben und nicht verlegerisch auftreten. Vereinbart wurde nun, die beiden Redaktionen organisatorisch näher zusammenzuführen.

Wie dies in der Praxis umgesetzt werden könnte, soll ein vierköpfiger Ausschuss des Stiftungsrates prüfen, wie Präsident Jon Domenic Parolini sagte. Dabei gehe es um grundsätzliche und rechtliche Fragen, denn die ANR müsse gemäss Grundkonzept organisatorisch unabhängig sein von ihren Kunden.

Die seit 1997 erscheinende rätoromanische Tageszeitung ist der Hauptkunde der ANR, die vom Bund und vom Kanton Graubünden mit insgesamt rund einer Million Franken pro Jahr subventioniert wird. Dafür liefert die Agentur den rätoromanischen Medien kostenlos einen Artikeldienst. (sda)