Wie persoenlich.com erfahren hat, muss nach dem "Tages-Anzeiger" auch die "SonntagsZeitung" den Gürtel enger schnallen: Beim lange hochrentablen Sonntagsblatt soll gespart werden. Grund: die einbrechenden Werbeumsätze. An Attraktivität habe die Zeitung nichts eingebüsst, betont Tamedia-Konzernsprecher Christoph Zimmer im Interview.
Herr Zimmer, stimmt es, dass die Sonntagszeitung von Tamedia einen Sparkurs verordnet bekommen hat - ähnlich dem, den der "Tages-Anzeiger" vor kurzem umzusetzen hatte?
Die "SonntagsZeitung" hat den klaren Auftrag, nach Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung zu suchen. Ein geschnürtes Sparpaket von 10 Prozent ist allerdings ein Gerücht. Der Sonntagsmarkt entwickelte sich in den letzten Jahren zwar sehr dynamisch, aber auch die Sonntagszeitungen spüren den schwierigen Werbemarkt. Die "SonntagsZeitung" als auflagestärkster Sonntagstitel investiert deshalb gezielt in ihre Stärken und hat 2012 beispielsweise das neue Recherchedesk aufgebaut. Gleichzeitig überprüfen wir natürlich auch die Kostenseite und suchen nach neuen Umsatzquellen, wie uns das etwa mit der Lancierung von "Encore!" im vergangenen Jahr gelungen ist.
Wissen Sie schon ungefähr wie viele Stellen den Massnahmen zum Opfer fallen werden?
Es wurde noch nichts entschieden und es gibt noch nicht einmal ein konkretes Konzept.
Ich wiederhole: Es wurde noch nichts entschieden.
Nicht die "SonntagsZeitung" hat an Attraktivität eingebüsst, der Sonntagszeitungs-Markt verändert sich als Ganzes und hat alleine in den ersten Monaten dieses Jahres rund 15 Prozent Werbeumsätze verloren. Die "SonntagsZeitung" ist weiterhin klarer Marktleader im Werbemarkt und auch bei der Auflage mit Abstand die Nummer 1.
Die "SonntagsZeitung" hat dank der Kooperation mit der Basler Zeitung und dem Bund in den letzten zehn Monaten zehntausende neue Leserinnen und Leser hinzugewonnen. Offen bleibt der Einfluss der, nach einer neuen Methodik erhobenen Leserschaftszahlen der WEMF Mach 3, die im Herbst publiziert werden.
Interview: Adrian Schräder/Hauptbild: Keystone