Konzernchef will Zuschauer zur Kasse bitten

ProSiebenSat.1 - Bezahlfernsehkonzepte in Auftrag.

Die deutsche TV-Gruppe ProSiebenSat.1 denkt darüber nach, die Zuschauer für einige der bislang frei empfangbaren Sender langfristig zur Kasse zu bitten. "Wir müssen versuchen, Bezahlfernsehkonzepte zu finden", sagte Konzernchef Thomas Ebeling am Mittwoch am Rande der Medientage München. Damit wolle der Konzern seine starke Abhängigkeit von den Werbebuchungen lockern, die in letzter Zeit stark eingebrochen seien. In anderen europäischen Ländern geben die Zuschauer 50 bis 200 Euro im Monat für PayTV aus. In Deutschland könne aber bei weitem nicht so viel verlangt werden, sagte Ebeling, ohne konkrete Preisvorstellungen zu nennen.

Der TV-Manager kündigte an, zunächst mit kleineren Spartensendern ins Bezahlfernsehen vorzustossen, um die Marktreaktion zu testen. Bei den grossen Sendern wie ProSieben oder Sat.1 stehe dies nicht unmittelbar bevor. "Wir sind im Augenblick nicht bereit, diesen grossen Schritt zu machen", erläuterte Ebeling. Der Werbemarkt werde dieses Jahr in Deutschland um bis zu 15 Prozent schrumpfen, allerdings sei im laufenden Quartal eine Erholung spürbar, sagte er weiter. Für nächstes Jahr rechnet er mit einer Entwicklung von plus 2 bis minus 5 Prozent. (sda)