26.04.2022

Hongkong

Korrespondenten streichen Menschenrechtspreis

Der Preis wird seit 25 Jahren am Tag der Pressefreiheit verliehen. Nun fällt er dem repressive Sicherheitsgesetz zum Opfer.

Unter dem Druck des repressiven Sicherheitsgesetzes in Hongkong hat der örtliche Auslandskorrespondentenclub (FCC) die Verleihung seines Menschenrechtspreises einstellen müssen. Der Club in der chinesischen Sonderverwaltungsregion begründete die Entscheidung mit möglichen rechtlichen Problemen, wie am Dienstag aus einer Erklärung des Club-Präsidenten Keith Richburg auf der FCC-Webseite hervorging.
«Seit zwei Jahren arbeiten die Journalisten in Hongkong mit neuen «roten Linien», was erlaubt und nicht erlaubt ist, aber es bleiben bedeutende Bereiche der Unsicherheit», hiess es darin. Der Club wolle «nicht unabsichtlich» gegen Gesetze verstossen. Der FCC wolle weiter die Pressefreiheit in Hongkong verteidigen, aber müsse sein Vorgehen angesichts der jüngsten Entwicklungen möglicherweise ändern. Wie seit 25 Jahren hatte der jährliche Preis des FCC eigentlich in einer Woche zum Tag der Pressefreiheit am 3. Mai verliehen werden sollen. Die Entscheidung, davon abzusehen, war intern umstritten. Doch sprach der Club von «beispiellosen Angriffen auf Medien».
Das vage gehaltene, seit Sommer 2020 geltende Sicherheitsgesetz für die frühere britische Kronkolonie richtet sich gegen Aktivitäten, die China als subversiv, separatistisch, terroristisch oder verschwörerisch einstuft. Indem Pressefreiheit und Bürgerrechte mit Hilfe des Gesetzes beschnitten werden, gehen die peking-treuen Behörden gegen die Demokratiebewegung und andere Kritiker vor. (sda/dpa/wid)



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