Krach wegen Post-Verwaltungsratssitz

Gewerkschaft Kommunikation - Jean-Marc Eggenberger will seinen Sitz im VR nicht räumen.

Der Haussegen bei der Gewerkschaft Kommunikation (Geko), die einen Grossteil des Post-Personals vertritt, hängt schief. Der Grund: Der langjährige Geko-Zentralsekretär Jean-Marc Eggenberger ist nicht bereit, seinen Sitz im Post-Verwaltungsrat zu räumen, den er aber nur dank seiner Funktion bei der Gewerkschaft erlangt hat. Da aber Eggenberger einen neuen Job bei der Swisscom antritt, wurde deshalb bereits von seinem Amt als Zentralsekretär der Gewerkschaft freigestellt und kann gemäss Geko-Präsident Alain Carrupt auch das Personal im Post-Verwaltungsrat nicht länger vertreten.

Mit dieser Meinung steht Carrupt nicht allein da: Auch die Präsidentenkonferenz, die aus den Sektionspräsidenten besteht und indirekt 22000 aktive und ehemalige Post-Mitarbeiter vertritt, hat sich dementsprechend ausgesprochen - und zwar "einstimmig", wie Geko-Vize Giorgio Pardini gegenüber der Zeitung "Sonntag" betont. Das Gremium habe an seiner ausserordentlichen Sitzung vor einem Monat entschieden, dass jemand aus der Gewerkschaftsbewegung im Post-Verwaltungsrat sitzen müsse, hält Pardini fest. "Wir werden deshalb dem Bundesrat eine neue Person vorschlagen, die legitimiert ist, die Interessen des Personals zu vertreten." Wen sie aufstellen will, hat die Gewerkschaft Kommunikation noch nicht entschieden. Die Präsidentenkonferenz hat aber bereits Eggenbergers Nachfolge im Geko-Sekretariat geregelt und den Baselbieter Daniel Münger gewählt. Zu Eggenberger sagt Pardini: "Er muss zurücktreten. Das haben wir ihm auch mitgeteilt."