Zwischen 1998 und 2012 habe die SRG einen Nettoverlust von 275 Millionen Franken erwirtschaftet, schreibt die "SonntagsZeitung" in ihrer aktuellen Ausgabe. Dies zeige ein Blick in die Bücher des Medienriesen.
Angesichts stetig gestiegener Gebühreneinnahmen - fast 1,2 Milliarden Franken erhielt die SRG im Jahr 2012 aus dem Topf der Billag - wirke die finanzielle Situation der SRG umso düsterer, heisst es weiter. Die Verluste zeugen, so der Artikel, "von abenteuerlichem Finanzmanagement". Zudem werde der bundesrätliche Auftrag verletzt: Die Regierung setzt die Gebührenhöhe fest und verlangt von der SRG, dass sie mit den vorhandenen Mitteln geschäftet.
Doch: Nur dank Verschuldung und dem Verkauf von Immobilien habe man den Liquiditätsengpass vermeiden können. Als die SRG 2003 ihre eigene Pensionskasse einrichtete, musste sie gemäss "SonntagsZeitung" einen Kredit von 200 Millionen Franken aufnehmen, um die Deckung des Kapitals der neuen Pensionskasse sicherzustellen.
Da die SRG immer mehr unter der Zinslast gelitten habe, sei 2008 die Postfinance zu Hilfe gekommen und habe das Darlehen auf 270 Millionen Franken aufgestockt. Während die Anleihen bis ins Jahr 2011 über 450 Millionen Franken betrugen, nahm das Eigenkapital jährlich ab. Die SRG verkaufte deshalb 2012 ihr Stammhaus an der Berner Giacomettistrasse. "SRG-nahe Quellen" schätzen laut dem Artikel den Erlös auf über 100 Millionen Franken.
Trotz allem musste die SRG im Oktober 2013, drei Monate nachdem die letzte Tranche des vorherigen Darlehens zurückgezahlt worden war, nochmals einen neuen Kredit von 250 Millionen Franken aufnehmen. Für die "SonntagsZeitung" drängt sich deshalb die Frage auf, ob die defizitären Abschlüsse Kalkül sind, um die Finanzierung in Bern abzusichern. (SoZ)