Krise der Gratispresse nützt Kaufzeitungen kaum

Publicom - Medienexperten über die Entwicklung der Gratispresse.

Obwohl die die vierte Gratiszeitung in diesem Jahr den Betrieb einstellen musste, bedeutet dies keine Entwarnung für die abonnierte Presse. Dies ist das Ergebnis einer Expertenbefragung der Medienberatungsfirma Publicom.

Das Jahr 2009 wird als Jahr des Gratiszeitungssterbens in die Schweizer Mediengeschichte eingehen. Gleich vier Gratiszeitungen mussten ihr Erscheinen einstellen. Ist das Geschäftsmodell Pendlerzeitung damit am Ende? Wohl kaum, findet eine Mehrheit des Delphinarium-Experten­panels. Grundsätzlich bleibe die Attraktivität des Geschäftsmodells be­stehen. Die Einstellungen dieses Jahres werden als notwendige Struktur­bereinigung gesehen.

Was die weitere Entwicklung dieser Gattung anbe­langt, gehen die Meinungen aber auseinander. Knapp die Hälfte der Be­fragten neigt der Meinung zu, dass der Trend zu Gratismedien ungebrochen weiter geht, sobald die Konjunktur wieder anzieht. Andere glauben, dass das Geschäfts­modell Gratiszeitung an seine Grenzen stösst oder dass die Epoche der Gratiszeitung definitiv vorbei sei. In einem Punkt sind sich die Medienexperten aber weitgehend einig: Die abonnierte Presse profitiert von der Krise der Gratistitel kaum. Vielmehr werden sich die überlebenden Pendlerzeitungen besser entwickeln als die abonnierten Zeitungen.

Unter dem Begriff Delphinarium publiziert die auf Medienforschung und –beratung spezialisierte Publicom regelmässig Ergebnisse einer Experten­befragung. Am Panel sind über vierzig Fachleute der führenden Medien­unternehmen sowie Vertreter aus Werbung, Medienjournalismus, Kommu­nikationswissenschaft und Corporate Communications beteiligt.