Die Journalistenverbände Impressum und Comedia fordern mehr Transparenz beim Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz (RSI). Über die am Dienstag angekündigten Sparmassnahmen im Umfang von über zehn Millionen Franken zeigen sie sich bestürzt. Die RSI-Verantwortlichen würden untertreiben, wenn sie behaupten, von den Massnahmen seien bloss 16 Mitarbeiter betroffen. In Tat und Wahrheit würden direkt oder indirekt wesentlich mehr Personen tangiert, teilten Comedia und Impressum am Mittwoch in einem Communiqué mit.
Sie werfen der SRG-Tochter vor, überstürzt gehandelt zu haben. "Wenn man das 10-Millionen-Loch im Budget 2010 erst am 11. September entdeckt hat, weshalb hat man dann in aller Eile derart weitreichende Entscheide getroffen?", wollen die beiden Journalistenverbände von den RSI-Verantwortlichen wissen. RSI-Direktor Dino Balestra hatte die Belegschaft am Dienstag über die Sparmassnahmen informiert. Ab dem 1. Januar 2010 wird demnach unter anderem die Unterhaltungssendung "LaTele", die sich über den ganzen Tag erstreckt, gestrichen.
Reduziert wird auch die Produktion von eigenen Filmen und Serien. Abstriche werden ferner bei Sonderprogrammen, der Tagesschau am Morgen sowie beim Studiodekor gemacht. Laut Balestra wird es bei der RSI "keine Massenentlassungen" geben. Da einige Sendungen gestrichen würden, müssten für das zuständige Personal neue Beschäftigungen innerhalb des Unternehmens gefunden werden. Zu diesem Zweck sei eine Arbeitsgruppe geschaffen worden. Auf dem Prüfstand stünden 16 Stellen. (sda)