Der «Blick», eigentlich bekannt für seine geistreichen, teilweise verblüffend treffenden Begriffs- und Titel-Kreationen, experimentiert immer wieder mit Wortspielerein. Nicht immer mit gleicher Erfolgsquote.
Richtig daneben ging der Versuch vom Freitag: «Das Boot ist toll!», heisst es zentimetergross auf der Front des Boulevardblatts. Darunter ein Bild des Schweizer Ruder-Vierers, der am Donnerstag in Rio Gold geholt hatte.
Diese Anspielung auf die Diskussionen um die Verschärfung der Flüchtlingspraxis während es 2. Weltkrieges («Das Boot ist voll»: preisgekrönter Film von Markus Imhof) stösst vielen sauer auf. Im derzeitigen politischen Kontext mit der Flüchtlingskrise in Europa seien solche Konnotationen «dégoûtant!» und «primitiv».
@marcwalder @Blickch ... und Sie finden eine solche Titelwahl tatsächlich auch noch lustig?? #peinlich
— Thomas Merz (@merzthurgau) 12. August 2016
@marcwalder @Blickch Die Wahl des Titels entlarvt geschichts- und selbstvergessene Primitivität in einem Allzeittief - dégoûtant!
— Thomas Binder (@Thomas_Binder) 12. August 2016
Der Tweet von Ringier-CEO Marc Walder bewirkte dementsprechend energisches Kopfschütteln in der Twitter-Community. (eh)