In seiner wöchentlichen Medien-Kolumne kritisiert Kurt W. Zimmermann in der "Weltwoche" das Bakom. "Wie immer, wenn das Bakon etwas übernimmt, ufert es zu bürokratischem Gigantismus aus", schreit er. Gemeint sind die sechs Expertenberichte im Umfang von 705 Seiten, welche das Bakom in den letzten Tagen der Medienbranche zur Stellungnahme vorgelegt hat ("persoenlich.com" berichtete). Zimmermann kann den umfangreichen Erhebungen wenig Sinnvolles abgewinnen. Einzig positiv wertet er den Befund, wonach in der Schweiz, auf Vollzeitstellen umgerechnet, 23294 Personen in der Publizistik tätig sind und dabei einen Umsatz von 9,2 Milliarden erwirtschaften.
Zimmermann kritisiert den grossen bürokratischen Aufwand, den der Staat betreibe. Er schreibt: "Wenn der Staat einen riesigen Aufwand für nichts inszeniert, dann wissen wir Bürger, warum er das tut. Der Staat will ein neues Gesetz." Der Staat wolle ein neues Pressegesetz, welches er zwar nicht Pressegesetz nenne, weil dies regulatorisch töne. Sondern Presseförderungsgesetz. Der Autor vermutet, dass die Politik die Medien unter Kontrolle bringen möchte. Das sei normal. Ausserdem sei dies bei der SRG bereits gelungen, "weil sie der Politik finanziell hörig ist". In der freien Presse werde nun der erste Schritt in diese Richtung versucht und dieser Schritt sei 705 Seiten lang, schreibt Zimmermann.
Die sechs Studien wurden aufgrund eines Postulats von Nationalrat Hans-Jürg Fehr (SP/SH) in Auftrag gegeben. Sie sind auf bakom.ch zu finden.