Kritik an Abschaffung der Online-Direktion

ORF - Neue Direktion strebt Veränderungen an.

In ihren Bewerbungen für die ORF-Generaldirektion haben sowohl die amtierende ORF-Generaldirektorin Monika Lindner als auch Herausforderer Wolfgang Lorenz die Streichung der Online-Direktion angekündigt. Dies stehe im Widerspruch zu den Plänen beider Bewerber, nämlich die Online-Aktivitäten des ORF weiter auszubauen, kritisiert der Verband der österreichischen Internet Service Provider ISPA. "Die Online-Direktion sollte vielmehr strukturell und personell innerhalb des ORF gestärkt werden um den Herausforderungen der Zukunft adäquat begegnen zu können", erklärt Georg Chytil, Präsident der ISPA.

Franz Manola, Geschäftsführer der ORF Online und Teletext GmbH, kenne zwar nicht die Motive für die Abschaffung, dennoch lässt ihn diese Ankündigung der Bewerber um die ORF-Direktion kalt. "Uns gibt es schon seit 1997. Die Online-Direktion wurde erst vor fünf Jahren eingeführt. Das ist eine organisationstechnische Geschmacksfrage", sagt Manola gegenüber pressetext. Er befürchte auch keine spürbaren Veränderungen für die Arbeit im Online-Bereich. Viel eher sehe er darin strukturelle Veränderungen, die dem Versuch, marktgerecht zu sein, entsprechen, so Manola.

Dennoch fürchtet Kurt Einzinger, Generalsekretär der ISPA, dass die Konvergenz der elektronischen Medien in Richtung Internet zu wenig Beachtung finden und in den Hintergrund geraten könnte, sollte die Online-Direktion abgeschafft werden. Er führt an, dass die Übertragung des Fernsehens via Internet in Zukunft an Bedeutung zunehmen werde. "Das Problem besteht darin, dass zwar beide Bewerber den Ausbau der Online-Aktivitäten vorantreiben wollen, sich dies mit der Abschaffung der Online-Direktion nicht in der Organisationsstruktur widerspiegeln wird", so Einzinger im Gespräch mit pressetext.