Christoph Blochers Versuch, die Publikation von Karikaturen während der Fernsehdebatte "Infrarouge" zum Ausländer- und zum Asylgesetz zu unterbinden, wirft in der Westschweiz hohe Wellen. Die Welschen sind sich einig: Blocher hat ein Eigentor geschossen. "Blochers haben völlig überreagiert; das war ein Eigengoal", kommentierte Peter Rothenbühler, Chefredaktor von "Le Matin". Die Quittung dafür erhielten Blochers nun, indem sie in den Medien mit Häme überschüttet würden, erklärte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
Das Ehepaar hatte nach der Aufzeichung der Debatte versucht, die von Philippe Becquelin alias "Mix & Remix" eingeblendeten Zeichnungen aus der Sendung zu kippen. Das Westschweizer Fernsehen TSR, ging darauf nicht ein und strahlte die Sendung am Dienstagabend unzensuriert aus. "Ich war auch schon in der Sendung 'Infrarouge' und wurde durch 'Mix & Remix' verunglimpft", so Rothenbühler. Er werde jeweils als "Gossen-Journalist" dargestellt. Das sei aber normal, schliesslich seien es ja Karikaturen.
Die Reaktion Blochers kann sich Rothenbühler nur damit erklären, dass die Deutschschweizer weniger an bissige Karikaturen gewöhnt sind als die Welschen. "Die Karikatur-Tradition ist im französischen Sprachraum viel grösser", glaubt Nico, Hauskarikaturist von Blick. In der Westschweiz habe jede grössere Regionalzeitung einen eigenen Zeichner unter Vertrag. Deutschschweizer dagegen seien sich harte Satiren nicht gewohnt.