Mit Pascal Hollenstein hat die «NZZ» seit letzter Woche einen überregionalen Chefredaktor, der mit St. Gallen und Luzern 14 Regionalmedien verwaltet und zwei Chefredaktoren ersetzt. Geht das gut? Für Andreas Fagetti von der «WOZ» begünstige dies nur die negativen Entwicklungen, die schon länger im Gange seien: «Die Chefs in der Provinz werden schonlange nicht mehr in die Planspiele einbezogen, sondern haben einfach zu vollziehen, was in Zürich ausgeheckt wird», schreibt er im Artikel «Das Breirezept der NZZ».
Die Regionalzeitungen würden «gemelkt», so Fagetti. Das Geld, das die «NZZ» durch sie einnehme, werde in Projekte in Deutschland oder Österreich investiert – währenddessen in St. Gallen und Luzern Stellen abgebaut und die Blätter ausgedünnt werden. In Luzern leide die Qualität auf Extremste. Er zitiert den grünen Politiker und Journalisten Hans Stutz: «Wir denken hier: Es kann nur besser werden.»
Auch seien die beiden Regionen identitätsmässig kaum zusammenzubringen. «Der neue Superchefredaktor ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden», so Fagetti weiter.
Er zieht das Fazit, dass in den Regionen alle etwas skeptisch sind. Politiker, Journalisten, regionale Akteure. Dass Hollenstein seine Ostschweizer Herkunft immer wieder betone, reiche wohl nicht aus.
Bild: Keystone/WOZ