Kritik an «Quote-Sammel»-Journalismus

Jacqueline Badran - In der Neutralitätsdebatte würde vielen Medienschaffenden die Expertise fehlen, so die SP-Nationalrätin.

«Wenn den Journalisten die Expertise fehlt», so lautet der Titel von Jacqueline Badrans neuster Kolumne «#Korrigendum» in der SonntagsZeitung. Waffenausfuhren seien «die Achillesferse der Neutralität», so die SP-Politikerin. Doch: In den Medien könne man sich kaum sachlich darüber informieren.

Badran nervt sich über den «Quote-Sammel»-Journalismus (Stellungnahmen angefragter Personen werden auch Quotes genannt). «Jemanden um eine Meinung bitten, eine Gegenmeinung einholen und schon ist der Artikel fertig. Schnell und billig. Und vermeintlich ausgewogen», so die Nationalrätin. «Der strukturell bedingte Abbau des Spezialisierungsgrads im Journalismus ist besonders stossend, wenn es um die Vermittlung komplexer, aber demokratiepolitisch wichtiger Themen geht wie aktuell die Neutralitätsdebatte.»

Im Fall von Waffenexporten brauche es «eine fundierte Debatte statt Behauptungen von Politikern und Quote-Sammel-Journalismus», stellt Badran fest. Und lobt zum Abschluss die NZZ: «Diese versucht immerhin, eine qualifizierte Neutralitätsdebatte zu führen.» (cbe)