Ueli Haldimann, Chefredaktor des Schweizer Fernsehens, stört sich an der Berichterstattung von 20 Minuten und dem Tages-Anzeiger über zwei Suizid-Fälle, die sich kürzlich ereignet haben. 20 Minuten hatte auf seiner Website darüber berichtet, dass in der Westschweiz ein Vater mit seinem 5-jährigen Kind von einer Brücke in den Tod gesprungen ist. Die Meldung enthielt Bild, genaue Ortsangabe und präzise Bezeichnung der Brücke.
Zuvor war Haldimann auch schon ein Bericht im Tages-Anzeiger aufgefallen. Darin wurde ausführlich beschrieben, dass immer wieder Menschen ein Hochhaus in Zürich Nord benutzen, um vom obersten Stock des Treppenhauses in den Tod zu stürzen. "Der Autor hatte besonderen Gefallen daran, zu beschreiben, wie nach einem Sturz die Leichenteile eingesammelt werden mussten", schreibt Haldimann im CR-Blog auf sf.tv.
Zwar sei explizit erwähnt worden, dass "aus Gründen der Suizidprävention" Adresse und Bild des Hauses nicht veröffentlicht würden. "Aber aufgrund der Beschreibung war klar, welches Haus gemeint war. Und der Journalist beschrieb en détail, wie man ins Haus gelangt und dass keine Sicherheitsmassnahmen bestehen."