Kritik an Übernahme durch Springer

ProSiebenSat.1 - Bedenkliche Konzentration von Meinungsmacht.

Die geplante Übernahme der Privatsendergruppe ProSiebenSat.1 durch den Springer-Verlag stösst mehrheitlich auf Kritik. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Ludwig Stiegler äussert sich gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" dazu kritisch: es handle sich hierbei um eine "sehr bedenkliche Konzentration von Meinungsmacht in einem sehr konservativen Verlagshaus", wie die AP meldet.

Auch Stieglers Fraktionskollegin, Monika Griefahn, sieht durch diese Fusion die Medienvielfalt Deutschlands in Gefahr. Die auch als Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien fungierende Griefahn fordert im Norddeutschen Rundfunk eine stärkere Kontrolle der kommerziellen Sender. Wie Stiegler setzt auch Griefahn auf die Kartellwächter.

Dem Bericht des Internetportals Pressetext (pte) zufolge, meldete heute Montag die Financial Times Deutschland (FTC), dass die Stuttgarter Verlagsgruppe Holtzbrinck beim Bundeskartellamt gegen das Milliardengeschäft vorgehen will. Holtzbrink war zuletzt selbst mit zwei Vorhaben am Kartell gescheitert. Aus diesem Grund erwarte sie wohl in diesem Fall vom Kartellamt eine ähnliche Strenge, wie die pte spekuliert.

Pte zitiert den Chef der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK), Bernd Malzanini in der FTD: "Wir wissen, dass Springer stärker als Haim Saban an anderen Medien beteiligt ist. Es bleibt also zu prüfen, ob eine Medienkonzentration vorliegt."

Springer hatte am Freitag bekannt gegeben, für den grössten deutschen Fernsehanbieter (Sat 1, Pro Sieben, Kabel 1, N 24) bis zu 4.2 Milliarden Euro auszugeben. Davon sollen knapp 2.5 Milliarden Euro die bisherigen Mehrheitseigentümer erhalten, der US-Milliardär Haim Saben und mehrere Investoren.