Die Walliser Regierungspräsidentin Esther Waeber-Kalbermatten (SP) hat die Veröffentlichung des Polizeivideos zum Busdrama von Siders kritisiert. Die Verbreitung solcher Bilder sei unnötig, sagte sie.
"Ich bin gegen die Publikation von Unfallbildern, das ist für mich Voyeurismus", kritisierte die Vorsteherin des Departementes für Sicherheit am Dienstag im Westschweizer Radio und Fernsehen RTS. Sie wolle verhindern, dass die Polizei weiter in dieser Art und Weise kommuniziere.
Die Videobilder der Walliser Kantonspolizei waren am Montag über die Internetseite verschiedener Medien ausgestrahlt worden. Sie zeigen die ersten Minuten der Rettungsaktion nach dem Busdrama vom 13. März 2012, bei dem 22 Kinder und 6 Erwachsene ums Leben gekommen waren. Die Polizei hatte mit der Veröffentlichung des Videos auf Vorwürfe von belgischen Familien reagiert, die den Rettungseinsatz als zu langsam kritisiert hatten.
Das Video wurde innert 24 Stunden von rund 160'0000 Internetusern auf Youtube angeschaut und von verschiedenen belgischen Medien auf ihren eigenen Internetseiten veröffentlicht. (sda)
Kritik an Veröffentlichung des Videos
Walliser Busdrama - Regierungspräsidentin äussert sich gegen Publikation von Unfallbildern.