"Voice of Switzerland", "Happy Day" oder "Top Secret": Die Liste von SRF-Sendungen mit englischen Namen ist lang. Und genau daran stört sich CVP-Nationalrat Martin Candinas. Er hat eine Interpellation eingereicht, die den Bundesrat zum Nachdenken über Anglizismen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen anregen soll. Dies berichtet die Pendlerzeitung "20 Minuten" in ihrer Montagsausgabe. "Ich verstehe nicht, wieso Englisch die einzige Sprache sein soll, die Sendungen interessant macht. Sind unsere Landessprachen so langweilig, dass wir keine vernünftigen Titel finden?" fragt der Bündner Politiker.
"Ein glücklicher Tag" statt "Happy Day"?
Beim SRF beziehen die Verantwortlichen solche Überlegungen zwar mit ein, wollen aber nicht von englischen Show-Titeln absehen. Für Martin Reichlin, Mediensprecher des SRF, steht bei der Namensgebung der Zusammenhang mit der Sendung im Vordergrund: "'The Voice' ist ein Format, das man auf der ganzen Welt unter diesem Namen kennt. Es macht für uns keinen Sinn, diesen Brand zu ändern."
Ausserdem bringt laut Reichlin ein englischer Begriff den Inhalt eines Formates manchmal am besten auf den Punkt: "Die englische Sprache ist oft kurz und prägnant. Oder soll eine Show wie 'Happy Day' besser 'Ein glücklicher Tag' heissen?"
Unterstützung aus allen Lagern
Nationalrat Candinas gehe es bei seiner Interpellation indes nicht um die Änderung von bestehenden Sendungsnamen oder um die Einführung von Anglizismus-Quoten, heisst es im Artikel weiter. Ihm gehe es darum, Aufmerksamkeit für das Thema zu wecken: "Ich bin stolz auf unsere kulturelle Vielfalt und möchte unsere Landessprachen stärken."
Mit diesem Vorhaben ist der CVP-Nationalrat nicht allein, wie "20 Minuten" schreibt. Zahlreiche Politiker aus allen politischen Lagern hätten seine Interpellation unterschrieben. Selbst die beiden Jungpolitiker Cédric Wermuth (SP) und Lukas Reimann (SVP) stehen in dieser Sache auf derselben Seite. (20min)