Die NZZ hat einen kritischen Artikel über UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel aus allen Archiven und Datenbanken gelöscht. Der Autor, Beat Brenner, hatte in der Kolumne "Reflexe" vom 15. Februar die Absenz von Ospel an der Bilanzmedienkonferenz vor zwei Wochen sowie dessen "flagranten Verstoss" gegen die firmeninterne Gewaltentrennung beim Untergang der Swissair kritisiert. Ospel sei nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems, schrieb Brenner.
Die "NZZ" zeigte sich nun reuig. Sie gab zu, dass sie eine "stark verkürzte und damit im Gesamtresultat irreführende und keinesfalls gewollte Schlussfolgerungen" für Ospel und die UBS gezogen habe, schreibt sie in einer Richtigstellung und drückt Ihr Bedauern über alfällig entstandene Missverständnisse aus. Ein von "Cash daily" befragter Medienrechtler vermutet, dass mit der Richtigstellung und der Löschung des Artikels einer möglichen gerichtlichen Auseinandersetzung die Grundlage genommen wurde.