Kündigung für alle Wetterfrösche

Blick-Gruppe - Wetter kommt in Zukunft nur noch von einem Meteorologen.

Weiss nicht, ob er in Zukunft noch für die Blick-Gruppe arbeiten darf: Wetterfrosch Peter Wick.

Egal ob SF Meteo oder MeteoNews. Alle haben sie für die Lieferung der Wetterprognosen an einen der vier Blick-Titel ("Blick", "Blick am Abend", "Blick Online" oder "SonntagsBlick") vorsorglich den blauen Brief erhalten. „Die Wetterverträge wurden mit allen Lieferanten für alle Blicktitel gekündigt“, bestätigt die Leiterin der Gruppe, Caroline Thoma, gegenüber „persoenlich.com“. „Dies im Hinblick auf die Organisation und Zusammenarbeit im Newsroom sowie zur allgemeinen Überprüfung der aktuellen Wetterangebote“, wie Thoma weiter ausführt.

Sehr enttäuscht über diese Kündigung war Wetterfrosch Peter Wick (siehe Bild). Seine Firma MeteoNews beliefert den Blick seit mehr als acht Jahren tagtäglich mit aktuellen Wetterprognosen. "Ich habe von Blick seit Vertragsbeginn noch nie eine Rüge betreffend unserer Prognosequalität oder unserer Dienstleistung erhalten", so Wick.

Wie "persoenlich.com" weiss, wollte man sich bei der Blick Gruppe schon auf den Blick-Relaunch am 14.Oktober für einen neuen Wetterlieferanten entscheiden. Peter Wick konnte dann aber erreichen, dass Meteonews weiterhin noch bis Ende Jahr Wetterprognosen für die Blick-Leserschaft stellen darf. "Wir erfuhren zwei Tage vor der ersten Ausgabe des 'neuen' Blick, dass wir nun doch bis Vertragsende das Wetter für den Blick prognostizieren."

Gut im Rennen stand offenbar Jörg Kachelmanns Meteomedia. Seine Firma konnte bereits im September für die Wetterlieferung für alle vier Blick-Titel offerieren, wie das Verwaltungsratsmitglied von Meteomedia, Frank-B. Werner, bestätigt: "In der Tat sind wir von Ringier angefragt worden und haben unser Leistungsspektrum Ende September präsentieren dürfen." Ohne ein Pitch-Verfahren wäre dann Mitte Oktober Kachelmanns Meteomedia zum Zug gekommen. Doch korrigierte man dies bei Ringier – aus welchen Gründen bleibt unklar – im letzten Moment: "Die Zeit bis zum Relaunch des neuen Blick war eine hektische Zeit und unsere Überlegungen das Wetter auf den Start hin anzupassen haben wir korrigiert", so Thoma.

Im November finden nun Gespräche mit allen Wetterlieferanten statt. Ob Peter Wick in Zukunft für die vier Blick-Titel wird Prognosen stellen dürfen, sei schwierig zu sagen: "Eigentlich ist MeteoNews als grösster privater Schweizer Wetterdienst mit sehr vielen Daten und ausgewiesen hervorragenden Prognosen prädestiniert das Wetter für die Blick-Gruppe vorherzusagen. Auch preislich sollten wir uns gemäss Erfahrung in einer guten Position befinden. Aber natürlich können wir nicht alle Faktoren beeinflussen, hoffen aber auf ein unvoreingenommenes, faires Pitch-Verfahren."

(Text: Mark Baer)