Kündigungsmarathon angelaufen

Cash - Mitarbeiter schalten Gewerkschaften ein.

Vor zehn Tagen machte die Ringier-Konzernleitung die Einstellung der Wirtschaftszeitung Cash publik. Am Montagmorgen nun erfolgte der Startschuss zu einem mehrtägigen Kündigungsmarathon. Dies, nachdem die Konzernleitung die Vorschläge der Ringier-internen Personalkommission, wie die Entlassungen verhindert werden könnten, abgelehnt hatte.

"Es stimmt, dass heute die Mitarbeitergespräche gestartet worden sind", bestätigte Ringier-Sprecher Marco Castellaneta am Montag Abend gegenüber "persoenlich.com". Vielen Mitarbeitern habe ein Stellenangebot unterbreitet werden können. Wie viele Cash-Mitarbeiter von Ringier weiterbeschäftigt werden und wie viele den blauen Brief erhalten, gab Castellaneta indessen nicht bekannt: "Da die Gespräche noch andauern werden, kann man zur Anzahl der Kündigungen nichts sagen."

Gerade mal drei, vier Minuten dauerten die Einzelgespräche, in denen Konzernleitungsmitglied Thomas Trüb im Beisein der Personalverantwortlichen die Angestellten über ihre Kündigung in Kenntnis setzte, wie "persoenlich.com" aus der Cash-Redaktion zugetragen wurde. Entgegen der Verlautbarung der Pressestelle soll dabei nur ein kleiner Teil der Mitarbeiter ein schriftliches Stellenangebot erhalten haben. Ein gut unterrichteter Cash-Mitarbeiter schätzt gegenüber "persoenlich.com", dass "deutlich weniger als zehn" Angestellte eine schriftliche Offerte von Ringier bekommen hätten. Entsprechend gross sei die Enttäuschung auf der Redaktion.

Jenen Mitarbeitern, die Ringier weiterbeschäftigen will, wurde mehrheitlich eine Stelle bei Cash daily offeriert. Sie müssen sich nun innerhalb von zwei Wochen entscheiden, ob sie das Angebot annehmen wollen. Anderen Mitarbeitern stellte die Konzernleitung auch eine Beschäftigung im Jean-Frey-Verlag in Aussicht, der nach der Einstellung von Cash den Abonnentenstamm übernehmen wird. Von der Schliessung der Wirtschaftszeitung sind 46 fest angestellte Mitarbeiter betroffen. Dazu kommen rund 20 weitere freie Mitarbeiter.