Die NZZ organisiert ihre weltweiten Korrespondenten im Feuilleton-Ressort neu. Alle drei bisher festangestellten Kultur-Korrespondenten, die aus Berlin, Paris und New York berichten, arbeiten nicht mehr für die NZZ – oder falls weiterhin, zu neuen Konditionen. Wie persoenlich.com weiss und srf.ch am Freitagnachmittag berichtet, hat das Unternehmen zwei Korrespondenten per Ende Juli gekündigt. Eine Person hat die Zusammenarbeit von sich aus beendet. Laut Impressum arbeiteten die drei Korrespondenten seit 2001, 1998 und 1995 für das Feuilleton-Ressort der NZZ.
Die NZZ bestätigt auf Anfrage «einzelne personelle Veränderungen in diesem Zusammenhang». «Die diesbezüglichen Gespräche sind noch nicht abgeschlossen. Zu den Gründen für diese Veränderungen, äussern wir uns aus Respekt vor der Persönlichkeits- und Privatsphäre nicht öffentlich», so NZZ-Kommunikationschefin Myriam Käser.
«Das ist kein Abbau. Im Gegenteil, wir bauen eher aus», sagte Chefredaktor Eric Gujer am Freitagmittag im Gespräch mit SRF 2 Kultur. In den USA verschiebe die NZZ einen Posten an die Westküste. «Und in Berlin bauen wir nicht ab, nein, wir bauen um drei Stellen aus», sagt Gujer.
Diese Aussage zeigt, wie diese «Neuorganisation» erfolgen wird: Politjournalisten sollen neu auch über Kulturthemen schreiben. So auch in Deutschland: Laut Gujer werden die aktuellen Berlin-Korrespondenten «selbstverständlich auch für das Feuilleton schreiben». «Ich mache keine Unterscheidung zwischen Polit- und anderen Journalisten», so Gujer im Radio-SRF-Kultur-Interview.
Bedenken wegen der Qualität hat Gujer keine: «Wir haben zum Beispiel auch Martin Meyer infolge seiner Pensionierung verloren, eine wirkliche Koryphäe. Das Feuilleton der NZZ wurde dadurch nicht schlechter. Im Gegenteil: Bei Leserbefragungen, die wir regelmässig durchführen, schneidet unser Feuilleton in letzter Zeit besser ab.»
Mitarbeit: Corinne Bünzli
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11.10.2017 18:20 Uhr
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