Kurt Felix fordert Verhaltens-Kodex für Unterhaltungsshows

- Nach dem "Wetten, dass...?"-Unfall ist Fernsehlegende Kurt Felix ein gefragter Interview-Partner bei den Journalisten. Auf "persoenlich.com" fordert Felix nach dem Debakel Konsequenzen. Konkret: Unterhaltungsshows sollen einem "Verhaltens-Kodex" unterliegen. Dieser beinhalten, dass in solchen Sendungen Risiken, die die Gesundheit gefährden, in Zukunft ausgeschlossen werden. Zum Bericht:

Die Fernseh-Show "Wetten, dass...?" ist am Samstagabend nach einem Wettunfall abgebrochen worden. Bei der ersten Wette ist der 23- jährige Kandidat Samuel Koch mit Sprungfedern an den Füssen gegen ein fahrendes Auto gesprungen und regungslos liegengeblieben. Rettungssanitäter trugen den Verletzten aus der Halle. Ein sichtlich geschockter Moderator Thomas Gottschalk unterbrach zunächst die Sendung. Der junge Mann sei ansprechbar und auf dem Weg ins Spital, berichtete der Moderator.

Kurz darauf brach er die Show komplett ab. "Ich bringe es nicht fertig, jetzt hier weiter zu moderieren", sagte Gottschalk kreidebleich. Es sei der erste derartige Abbruch in seiner Karriere.

Der 23-jährige Kandidat hatte gewettet, mit Hilfe der Sprungfedern innerhalb von vier Minuten über fünf fahrende Autos springen zu können. In den Proben habe das stets funktioniert, erzählte Gottschalk. Angekündigt hatte der Moderator die Live-Wette mit den Worten: "Ich habe vieles gesehen in meiner Laufbahn, so gefürchtet hab ich mich noch nie, dass dem jungen Mann etwas passiert. Ich kann nur sagen: Ich hoffe, alles geht gut."

Kurt Felix fordert Verhaltens-Kodex

Nach dem Unglücksfall in "Wetten, dass...?" fordert Kurt Felix gegenüber "persoenlich.com" für Unterhaltungsshows einen "Verhaltens-Kodex". Dieser soll beinhalten, dass in solchen Sendungen Risiken, die die Gesundheit gefährden, ausgeschlossen werden. Die zunehemende "Quotenbolzerei" mit fragwürdigen Wettspielen dieser Art seien für die Zuschauer unzumutbar und würden von ihnen auch nicht verlangt. Nicht nur Thomas Gottschalk habe ein Menschenleben riskiert. Auch Stefan Raab und Dieter Bohlen hätten die Grenzen der gefährlichen Kandidaten-Experimente längst überschritten. Die Liste liesse sich mit weiteren Namen ergänzen.

Als sich 1987 ein Kandidat in der Felix-Samstagabendhow "Supertreffer" in einer Liveübertragung verletzte, hat er mit seinem Team alle gefährlichen Superleistungen konseqeunt gestrichen. Kurt Felix: "Wir haben danach keinen einzigen Zuschauer verloren. Der Programminhalt muss stimmen. Und dieser sollte eine Verletzungsgefahr ausschliessen. Sonst stimmt das Sendekonzept nicht. Jetzt muss ein Nach- und Umdenken stattfinden." Kurt Felix hat schon damals gewarnt, dass in Livesendungen schreckliche Unfälle passieren könnten. Skiabfahrten und Formel 1-Rennen miteingeschlossen.