Lanciert das neue Web-TV-Format "Pendlergame"

20 Minuten - Der Sohn von Frank Baumann greift das "Streetlife"-Konzept seines Vaters auf.

20 Minuten macht vorwärts in Sachen Bewegtbild: Im Rahmen den neuen TV-Formats "Pendlergame" geht Maximilian Baumann, der Sohn von TV-Macher und Werber Frank Baumann, während vier Wochen auf Menschen in der ganzen Schweiz zu und bietet ihnen ein Spiel an. Wer gewinnt, bekommt ein neues Smartphone. Wer verliert, muss eine Bestrafung über sich ergehen lassen. Am Montag, 12.30 Uhr wurde die erste Folge online gestellt. Warum setzen derzeit alle auf Videos? Persoenlich.com hat sich die Strategie von "20 Minuten"-Chefredaktor Marco Boselli (oben im Bild) erklären lassen.

Herr Boselli, das Setting mit A) "Frage beantworten" und B) "Strafe oder Belohnung" erinnert stark an "Streetlife" von Frank Baumann von Anfang 2000er-Jahre auf SF2. Die Sendung war damals sehr erfolgreich, doch die Zeiten ändern sich. Warum soll ein ähnliches Format heute noch funktionieren?
Weil sich gute Ideen über die Zeit durchaus weiterentwickeln lassen. "Wer wird Millionär" ist ja eigentlich auch nicht anderes als "Wer gwünnt reloaded". Was uns am "Pendlergame" gefiel, war einerseits, dass wir unseren Usern und Lesern ein Gesicht geben können, sich das Format aber auch perfekt dafür eignet, drei- bis vierminütige Sendungen zu produzieren – die ideale Länge für Online-Clips.

Wie viele Leute haben die erste Sendung bisher angeschaut? 
Allein über Mittag waren es 52'000 Personen. Und die Feedbacks reichen – wie immer – von "grossartig" bis "sofort aufhören".

Welches ist Ihr Ziel mit der Sendung?
Unser "Pendlergame" soll eine Art Fangemeinde bekommen, also Leute, die jeden Tag über Mittag oder abends auf 20min.ch unsere Sendung anschauen. Zudem wollen wir ausprobieren, was im Bereich Video alles möglich ist und wie unsere User darauf reagieren.

Dieses "Pendlergame" soll neue Standards im Bereich Bewegtbild auf Newsplattformen setzen?
Ja genau: Selber produzierte Bewegtbild-Inhalte gelten als "Content  der Stunde". Alle grossen Newsplattformen verfügen über zu wenig Bewegtbild, das sich im Werbemarkt aber sehr gut verkaufen lässt. Vor ein paar Jahren haben wir mit "Tschutter", der Online-Sitcom aus dem Wallis, ein kreatives aber eher anarchisches Format ausgestrahlt. Jetzt wollen wir mit einem professionellen Format nachziehen, einer Sendung, die auch bei einem regulären TV-Sender laufen könnte. In Frank Baumann haben wir einen Produzenten gefunden, der für die Ausstrahlung seines Formats nicht zwingend mit einem TV-Sender kooperieren will, sondern in uns einen mindestens gleichwertigen, wenn nicht sogar noch potenteren Partner sieht. Und dass wir Nokia als Sponsor gewinnen konnten, freut uns ebenfalls.

Wird das Format auschliesslich durch einen Sponsor finanziert?
Nein, wir verkaufen zusätzlich Werbung: Werbevideos, die vor dem Start des "Pendlergames" abgespielt werden.

Durch die Lancierung der Flatrates durch die Telekomanbieter werden auch unterwegs immer häufiger Videos abgerufen.
Ja, die Flatrates haben den Trend zu Bewegtbild sicherlich verstärkt. Doch aus unserer Sicht ist eine solches "Pendlergame" erst der Anfang. Wir werden weitere Videoformate lancieren, doch worum es dabei konzeptionell und thematisch geht, kann ich momentan noch nicht verraten. Sicher ist aber: Wir gehen Richtung Unterhaltung.

Ich nehme an, die weiteren Folgen des "Pendergames" sind bereits vorproduziert. Was erwartet die Fans in den nächsten Ausgaben dieser Woche?
Witzige, charmante, kurze Streetgame-Episoden mit einem talentierten Jungmoderator und aufgestellten Spielern.

Interview: Edith Hollenstein