Herr Röthlisberger, bei den neusten Leserzahlen konnte "Blick am Abend" zum zweiten Mal signifikant zulegen. Was ist der Hauptgrund für den erneuten Erfolg?
Die Gebietserweiterung nach Luzern und St.Gallen hat sehr eingeschenkt. Wir bekommen nun die Belohnung für unsere grossen Anstrengungen, fünf regionale Ausgaben des "Blick am Abend" anzubieten. Zudem lesen uns auch die Basler, Berner und Zürcher immer häufiger und interessierter.
Seit knapp einem Jahr wird der "Blick am Abend" im Newsroom geschrieben und produziert. Ein Teil des Erfolgsrezepts?
Ganz sicher. Wir können auf ein grösseres Repertoire an versierten Journalisten zählen. Seit unserem Facelifting im Dezember machen wir drei Seiten mehr News, längere Texte, mehr Substanz.
An einem Vortrag am Communication Summit sagten Sie, dass insbesondere junge Frauen die Abendzeitung lesen. Weshalb ist das so?
Wir bieten jeden Tag einen hervorragend gemachten Magazinteil an, wie ihn jede Frauen- und Lifestylezeitschrift gerne hätte. Unser leichtfüssiger Boulevard im News-Teil, der sich für eine Abendzeitung aufdrängt, kommt bei Frauen auch gut an.
In einem Interview mit "persoenlich.com" sagten Sie zudem, dass sie mit "Blick am Abend" "Schnorrithemen lancieren wollen. Über was schnorrt die Schweiz besonders gerne?
Über Themen, die das eigene Leben und Dasein betreffen. Über Voyeuristisches, das man gerne möglichst von Nahe betrachtet. Über die grossen Weltthemen.
Um die neusten Zahlen zu feiern lanciert die Zeitung am Dienstag eine Sonderaktion. Wie sieht diese aus?
Wir laden alle Leser ein, sich für einen Tag als Redaktor bei uns zu bewerben. Die drei mit der besten Story-Idee sind dabei. Ausserdem gibt es drei Städtereisen zu gewinnen.
Drei Redaktoren für einen Tag. Was verspricht sich "Blick am Abend" davon?
Wir wollen drei Interessierten die Möglichkeit bieten, das Zeitungsmachen aus der Nähe mitzuerleben.
Könnten Sie sich vorstellen, die Leute je nachdem auch länger für das Blatt zu engagieren? Was müssten die Gewinner dazu mitbringen?
Wir freuen uns natürlich, wenn wir ein grosses Talent entdecken. Nötig sind Neugier, gute Schreibe, Kreativität, Allgemeinbildung.
Interview: Corinne Bauer.