Am Freitag liegt es zum ersten Mal seit 18 Jahren wieder in den Briefkästen: das "Badener Tagblatt". Die Redaktion der neuen Zeitung wird von Martin Rupf geführt, "Schweiz am Sonntag"-Chefredaktor Patrik Müller übernimmt die publizistische Leitung. Wie geht er mit der Doppelbelastung um und wie gefällt ihm die erste Ausgabe? persoenlich.com hat nachgefragt:
Die Lancierung einer Tageszeitung stellt in der heutigen Medienlandschaft eine Seltenheit dar. Warum glauben Sie an den Erfolg des "Badener Tagblatts"?
Leidenschaftlich gemachte, gut verankerte Regionalzeitungen haben hervorragende Zukunftschancen - gedruckt und online. Die Marke "Badener Tagblatt", die vor 18 Jahre verschwand, hat in der Region immer noch eine Ausstrahlung und wird jetzt wiederbelebt. Mit unserem topmotivierten Team und mit dem starken überregionalen Teil von der "az Nordwestschweiz" hat das neue "Badener Tagblatt" die besten Voraussetzungen, um die frühere Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben.
Sie haben die publizistische Leitung beim "Badener Tagblatt“ übernommen, bleiben aber Chefredaktor der "Schweiz am Sonntag“. Wie gehen Sie mit dieser Doppelbelastung um?
Mein Hauptjob bleibt die "Schweiz am Sonntag", deren Redaktion am selben Ort ist wie die des "Badener Tagblatts". Dessen Redaktion wird von Martin Rupf geführt, der schon das bisherige Regionalressort bei der "Aargauer Zeitung" leitete. Um Zeit für das "Badener Tagblatt" zu haben, habe ich die Verantwortung für die gemeinsame Sportredaktion von "az" und "Schweiz am Sonntag" an az-Chefredaktor Christian Dorer abgegeben.
Wie organisieren Sie sich bei der Planung der beiden Zeitungen?
Bei der "Schweiz am Sonntag" bin ich, zusammen mit meinem Stellvertreter Beat Schmid, Blattmacher und schreibe auch viel. Das wird so bleiben. Beim "Badener Tagblatt" liegt die tägliche Planung bei Martin Rupf, ich werde meine Inputs geben und unterstützend wirken.
Wie ist der "legendäre Badener Geist", von dem Verleger Peter Wanner im Interview mit persoenlich.com gesprochen hat, nun in der ersten Nummer spürbar?
Zum Beispiel mit einer lesernahen Recherche zum täglichen Verkehrskollaps in der Region Baden - oder mit einer ziemlich witzigen Kolumne des Slam-Poeten Simon Libsig.
Früher war das "Badener Tagblatt" politisch rechts angesiedelt. Wo würden Sie die Zeitung heute einordnen?
Wir werden der rot-grünen Badener Stadtregierung ebenso kritisch auf die Finger schauen wie der bürgerlichen Exekutive von Wettingen. Das frühere "Badener Tagblatt" hatte verschiedene politische Phasen, als roter Faden war aber eine liberale Grundhaltung erkennbar, an die wir anknüpfen.
Was gefällt Ihnen besonders an der ersten Ausgabe?
Neben den Geschichten auch die vielen Inserate!
Haben Sie inzwischen neue Leute eingestellt?
Neu zur Badener Redaktion stossen Sabina Galbiati und Samuel Buchmann, ansonsten sind die bisherigen Journalisten des AZ-Ressorts Baden für den neuen Zeitungstitel verantwortlich: Martin Rupf, Erna Jonsdottir, Roman Huber, Dieter Minder, Pirmin Kramer, Nadja Rohner und Angelo Zambelli.
Wie weit ist die Planung der App und Website fortgeschritten?
Online treten wir im az-Netz unter www.badenertagblatt.ch auf. Das "Badener Tagblatt" gibt es auch als E-paper und ab Anfang 2015 kann man die Zeitung in einer iPad-App lesen.
Fragen: Seraina Etter