Nach zehn Jahren beim «Echo der Zeit» und zuvor 16 bei der NZZ wechselt Markus Hofmann in die Verbandspublizistik. Ab 1. Juli wird er Redaktor des Mitgliedermagazins von Pro Natura. «Nach über 25 Jahren im Tagesjournalismus reizte es mich, noch einmal etwas Neues anzupacken», sagt Hofmann gegenüber persoenlich.com. Deshalb habe er sich für die frei werdende Stelle beworben.
Pro Natura kennt er als Mitglied und auch aufgrund seiner Affinität für Umwelt- und Naturthemen, die er als NZZ-Inlandredaktor betreut hatte. «Die Natur fasziniert mich seit meiner Kindheit», erklärt der Journalist. «Könnte ich nochmals studieren, würde ich mich für Biologie entscheiden», sagt der promovierte Jurist.
Magazin inspirierte ihn für Recherchen
Bei seiner künftigen Stelle arbeitet er in einem kleinen zweisprachigen Team für die Publikation der Umweltschutzorganisation. PR- oder Kommunikationsaufgaben für den Verband gehören nicht zu seinen Aufgaben. Das Heft erscheint fünfmal pro Jahr mit einer beglaubigten Auflage von 170’000 Exemplaren und beschreibt sich selbst als die «führende Zeitschrift in Sachen Naturschutz» in der Schweiz. Es wird von einer Co-Chefredaktion geführt.
Hofmann liest das Magazin seit vielen Jahren und weiss, was auf ihn wartet. «Die gesetzten Schwerpunkte – von der Wolfs-Politik bis zur biologischen Vielfalt im Siedlungsgebiet – überzeugen mich», sagt er. Sie hätten ihn in der Vergangenheit immer wieder zu eigenen Recherchen inspiriert.
Markus Hofmann, heute publizistischer Leiter und davor stellvertretender Redaktionsleiter beim «Echo der Zeit», verlässt Schweizer Radio SRF in einer Phase des Umbruchs. Ab April funktioniert die Abteilung Audio/Digital nach einem neuen Betriebsmodell. Bestehende Redaktionen, wie jene des «Echo der Zeit» oder des «Rendez-vous», wurden aufgelöst. Das Personal soll nicht mehr Sendungen planen, sondern in Themen denken (persoenlich.com berichtete), so die Stossrichtung. Doch die Reorganisation des Newsrooms sei für seinen Wechsel nicht ausschlaggebend gewesen, betont Hofmann: «Die Pro-Natura-Stelle kam für mich im richtigen Augenblick. Dass es geklappt hat, freut mich sehr.»
«Diesen Stress habe ich als belebend empfunden»
Was er vom «Echo» vermissen wird? «Das einschiessende Adrenalin, wenn kurz vor 18 Uhr ein Bundesrat zurücktritt oder sich sonst etwas Unerwartetes ereignet und man die Sendung umstellen muss. Diesen Stress, den man zusammen mit Kolleginnen und Kollegen bewältigen muss, habe ich immer als belebend empfunden.»