Lichterlöschen in Rapperswil und Horgen

Zürichsee Zeitung - Die drei Regionalausgaben werden ab September nur noch in Stäfa produziert.

Bereits im Februar gab es Pläne, Bereiche der Redaktionen Horgen und Rapperswil-Jona in Stäfa zu konzentrieren (persoenlich.com berichtete). Nun geht Tamedia noch einen Schritt weiter: Die drei Regionalausgaben der Zürichsee Zeitung werden ab September vollständig in Stäfa produziert. Die Redaktion in Horgen wird dichtgemacht. In Rapperswil-Jona bleibt lediglich ein temporärer Arbeitsplatz erhalten, wie die NZZ in ihrer Donnerstagsausgabe schreibt. 

Die 15 betroffenen Redaktorinnen und Redaktoren müssen ihren Arbeitsort wechseln. «Die gleichen Mitarbeitenden werden aber von Stäfa aus die gleichen Regionen betreuen», so Tamedia-Sprecher Michele Paparone gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Wie wirkt sich diese Konzentration auf den Inhalt der Zeitungen aus? Inhaltlich bleibe alles beim Alten, versicherte Paparone der NZZ. Ebenfalls sei mit der Massnahme kein Sparziel verknüpft. Durch Anpassungen im Bereich der Sekretariate und der Koordination werden lediglich zwei Stellen gestrichen.

Ausbau Online-Auftritt
Der Tamedia-Sprecher nennt als Auslöser für diesen einschneidenden Konzentrationsschritt den geplanten Ausbau des Online-Auftritts der Zürichsee-Zeitung im Verbund der Zürcher Regionalzeitungen (mit Landbote und Zürcher Unterländer).

Ein zentraler Newsroom an einem einzigen Standort, wo die Planung der Print- und Online-Inhalte gemeinsam stattfinden könne, sei dafür notwendig. Der personelle und koordinative Aufwand wäre sonst zu gross geworden.

Besorgnis in den Gemeinden

Die Pläne sind bereits weit fortgeschritten. Dennoch wurde der Rapperswil-Joner Stadtpräsident Erich Zoller offenbar nicht über das Vorhaben der Tamedia informiert. Er bedauert die Konzentrationspläne und befürchtet, dass der Austausch nun komplizierter werden könne. Zudem glaubt er, dass die Massnahme den immer wieder geführten Diskussionen über ein eigenes Publikationsorgan Auftrieb geben könnte.

Im Bezirk Horgen befürchten Stadt- und Gemeindepräsidenten langfristig eine «Entfremdung», wie es in der NZZ weiter heisst. Der Arbeitsort Stäfa ziehe nicht unbedingt im Bezirk Horgen verwurzelte Journalisten an, wird Philipp Kutter, Stadtpräsident von Wädenswil und selber mit journalistischer Vergangenheit bei der ZSZ, zitiert. Er hält den Abzug der Redaktionen für einen strategischen Fehler. Mit den gleichen Argumenten könnte man die Region auch aus einer Grossredaktion in Zürich beliefern. (NZZ/sda/set)

Bild: Adrian Michel/Wikipedia