In den vier Tagen des Davoser Weltwirtschaftsforums (WEF) flimmern üblicherweise die Gesichter von Staats-, Regierungs- und Konzernchefs über die Schweizer TV-Bildschirme. Jetzt macht das Schweizer Fernsehen aber Schluss mit der Live-Berichterstattung aus Davos. Am kommenden WEF vom 22. bis 25. Januar 2019 werden die Live-Sendungen praktisch gänzlich eingestellt, wie Stefan Wyss, Mediensprecher des Schweizer Radio- und Fernsehens (SRF), bestätigt. Dies berichtet die «NZZ am Sonntag» (Artikel kostenpflichtig).
Eine einzige Live-Sendung überlebt
Hintergrund des Verzichts ist das Sparprogramm von über 100 Millionen Franken, das sich die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) auferlegt hat. SRF und die Produktionsfirma TPC müssen das Budget per 2019 um insgesamt 30 Millionen reduzieren. Das Sparziel könne leider nicht ohne gewisse Abstriche beim Programm erreicht werden, so Wyss, «darum ist die Reduktion der Liveübertragungen vom WEF eine von vielen Massnahmen».
Die «SRF live Debate» am Nachmittag des 23. Januar, moderiert von Patrizia Laeri, ist die einzige Live-Sendung, an der das SRF festhält. Sonst berichten die bekannten Sendungen wie «Schweiz aktuell», «Tagesschau» oder «10vor10».
CNN Money Switzerland springt in die Lücke
Die Konkurrenz freut sich, insbesondere der Anfang Jahr gestartete englischsprachige Wirtschaftssender CNN Money Switzerland (CNNMS). «Dass sich das SRF aus Davos zurückzieht, erachten wir als Chance für uns. Der Anlass strahlt global aus und ist für uns eine Top-Plattform», wird Christophe Rasch, Gründer und Chef von CNNMS, in der NZZaS zitiert.
Der Wirtschaftssender delegiert rund die Hälfte seines Teams nach Davos, wie die NZZaS schreibt. «Wir übertragen während vier Tagen live aus Davos und investieren dafür zwischen 100'000 und 150'000 Franken», so Rasch. Unterstützt durch das globale CNN-Netzwerk wird der Schweizer Ableger eine enorme Reichweite generieren können. Gemäss NZZaS wird der Wirtschaftskanal über ein eigenes Studio vor Ort verfügen und mit CNN International zusammenarbeiten. (pd/as)
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13.01.2019 20:22 Uhr

