Popstars, Politiker und Hollywood-Berühmtheiten haben sich am vergangnen Samstag in neun Metropolen auf der ganzen Welt für den Klima- und Umweltschutz eingesetzt. Der vom ehemaligen US-Vize-Präsidenten Al Gore lancierte Konzert-Marathon "Live Earth" sollte ein Milliarden-Publikum begeistern und für den Klimaschutz sensibilieren. Die TV-Quoten sprechen indes eine andere Sprache.
Bei SF lockte das 24-Stunden Benefiz-Konzert an der Übertragung am Samstagnachmittag laut Aargauer Zeitung gerade einmal 36'000 Zuschauer vor die Bildschirme, was einem Marktanteil von nur 9,6 Prozent entspricht. Noch weniger interessierten sich um 19:30 für "Live Earth": 34'000 Zuschauer, Marktanteil: magere 8 Prozent.
Die Quoten sind aber auch anderswo enttäuschend. Der österreichische Rundfunk widmete gar den ganzen Samstag dem Thema Klimaschutz, was die ORF Programmverantwortlichen wohl bereuen dürften. In der Primetime holte der "Klimatag" mit lediglich 135'000 Zusehern einen äusserts mageren Marktanteil von 8 Prozent, wie aus einem Bericht auf quotenmeter.de hervorgeht.
Auch bei ProSieben, dem deutschen TV-Partner von "Live Earth", waren die Einschaltquoten nicht überragend. Die Konzertübertragung startete dort um 17:00 Uhr. Knapp eine Million Zuschauer interessierten sich laut quotenmeter.de unter anderem für das Konzert aus Hamburg, was 6,3 Prozent Marktanteil bedeutete. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen hätten 0,76 Millionen dieser Altersklasse zu immerhin 13,6 Prozent Marktanteil gereicht.
Auch an die Konzerte selbst kamen laut orf.at insgesamt weniger Menschen als erwartet: Die Hamburger Arena sei nur etwa zur Hälfte gefüllt gewesen, auch in London und New York habe es noch zahlreiche freie Plätze frei gegeben. Und in Shanghai verfolgten lediglich 2'700 Menschen das Konzert.