Lokal-Radiosender im Grossraum Zürich kochen Einheitsbrei

Publicom-Studie - "Keine Programmvielfalt" und "wenig dynamische Radiomärkte".

Zwischen 1998 und 2000 haben sich die Programme der etablierten Radioanbieter im Grossraum Zürich stark dem Mainstream-Musikgeschmack angepasst. Nur das neue Radio Tropic geht ganz eigene Wege, macht aber damit den bestehenden Radios noch kaum Konkurrenz. Dies ist das Resultat einer für das Bakom erstellten Studie der Medienconsulting-Firma Publicom. Die Studie "Programminnovationen in lokalen Radiomärkten" wurde grösstenteils vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) finanziert. Mit substanziellen Beiträgen beteiligten sich auch Radio Zürisee, Radio Top und Radio DRS am Projekt.

Publicom untersuchte die Entwicklung des Radiomarktes im Grossraum Zürich zwischen 1998 und 2000 hinsichtlich des Programmangebots, der Hörgewohnheiten und des Werbemarktes. Die auffälligste Entwicklung zeigte sich im Programmbereich: Zwischen 1998 und 2000 haben alle etablierten kommerziellen privaten Anbieter – Radio 24, Radio Z, Radio Zürisee und Radio Top – ihre Musikformate justiert. Festzustellen ist eine Reduktion "auffälliger" (und damit polarisierender) Stilrichtungen zu Gunsten des Hitparaden-Mainstream-Pop.

Dies hatte zur Folge, dass sich die vier Programme noch ähnlicher geworden sind. An Bedeutung gewonnen hat aber die "Verpackung", d.h. der Einsatz von Strukturelementen wie Jingles und Trailers. Solche formalen Elemente haben im Beobachtungszeitraum massiv zugenommen. Sie vermögen aber den Umstand kaum zu kaschieren, dass im Radiomarkt Zürich trotz dem Start von Radio Tropic im Spätherbst 1999 noch keine Programmvielfalt herrscht.

Wenig dynamische Radiomärkte