Mit einem neuen Layout beschenkt sich die "schaffhauser az" zu ihrem 90. Geburtstag. Die 1918 erstmals erschienene Zeitung kommt neu mit einem luftigeren und farbigeren Erscheinungsbild daher: der Farbdruck hat Einzug gehalten. Am 30. November 1918 erschien die heutige "schaffhauser az" erstmals -- damals als "Arbeiter-Zeitung". 1968 wurde daraus die "Schaffhauser AZ" und seit 1998 schreibt sie ihren Namen klein.
Vor zehn Jahren stellte das Blatt von der täglichen auf die wöchentliche Erscheinungsweise um. Es war eine Reaktion auf den Abgang der grössten Inserenten des Blattes, Coop und Denner. Die Finanzlücke konnte nur durch die Umstellung von der Tages- zur Wochenzeitung geschlossen werden. Inzwischen decken Spenden, die ein Gönnerverein sammelt, ein eventuelles jährliches Defizit. Nach Angaben der "az" vom Donnerstag lag das Defizit 2007 bei gut 15'000 Franken. Durchschnittlich seien es etwa zwei Prozent der Einnahmen, die über Spenden hereinkämen.
Zu Beginn den Kommunisten nahe
Entstanden war das Blatt 1918 als Reaktion auf den Generalstreik: Sozialdemokraten und Gewerkschaften wollten eine eigene Zeitung. Dabei stand die AZ damals den Kommunisten nahe. Heute ist die "schaffhauser az" nicht mehr parteigebunden, steht aber nach eigener Definition "links von der Mitte".
Die "schaffhauser az" hat wirtschaftlich sehr turbulente Zeiten hinter sich. Konnte sie wenige Jahre nach ihrer Gründung mitten in der Schaffhauser Altstadt zwei stattliche Liegenschaften kaufen -- in denen sie heute noch arbeitet -- stand sie in den 1930-er Jahren kurz vor dem finanziellen Aus. Damals hat sie ein spontan gewährtes, persönliches Darlehen eines bürgerlichen Politikers gerettet. (sda)
Die neue az.
So sah die Wochenzeitung vorher aus.