Dem Lokalradio Canal 3 und dem Lokalfernsehen TeleBielingue in Biel wird die städtische Subvention von je 75'000 Franken nicht gestrichen. Dies hat das Stadtparlament am Donnerstagabend bei der Behandlung des Budgets 2010 beschlossen. Der Gemeinderat hatte die Unterstützung aus dem Voranschlag gekippt. Er begründete dies mit der ernsten finanziellen Situation als Folge der Wirtschaftskrise. Zur Unterstützung privater Medien bestehe keine Verpflichtung.
Sämtliche Fraktionen sprachen sich jedoch dafür aus, die Subventionen beizubehalten. Sie wiesen darauf hin, dass Canal 3 sonst auch den subsidiären Beitrag des Kantons Bern von 50'000 Franken verlieren würde. Und wegen des geringeren Umsatzes würden beide Sender weniger Konzessionsgelder erhalten. Unter diesen Umständen könnten sie nicht mehr ein gleichberechtigtes französischsprachiges Programm unterhalten. Denn dessen Ertrag sei wegen des kleineren Hörerpotentials geringer. Und bei der Verteilung der Konzessionsgelder werde der Mehraufwand für die Zweisprachigkeit nicht berücksichtigt.
Biel sei stolz auf seine Zweisprachigkeit und nenne sich Stadt der Kommunikation, stellte der Sprecher der antragstellenden überparteilichen Kulturgruppe fest. "Canal 3 und TeleBielingue leben das!", rief er aus. Vergeblich argumentierte Bildungs-, Sozial- und Kulturdirektor Pierre-Yves Moeschler, die elektronischen Medien seien eine Sache des privaten und nicht des öffentlichen Bereichs. Mit einer einzigen Gegenstimme kamen die Subventionen wieder ins Budget. (sda)