Magazin sammelt 24’000 Franken für Mega-Recherche

Reportagen - Dank eines erfolgreich abgeschlossenen Crowdfundings kann die Redaktion eine «globale Betrachtung zur Fast-Fashion-Industrie» in Angriff nehmen, die im kommenden Frühling als XXL-Reportage erscheinen soll.

von Nick Lüthi

Mit einer globalen Recherche will das Magazin Reportagen herausfinden, wie die Mechanismen der Super-Fast-Fashion-Industrie funktionieren; warum es möglich ist, dass chinesische Shopping-Plattformen Kleidungsstücke für einstellige Frankenbeträge anbieten, und was die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Implikationen davon sind. Um das herauszufinden, schwärmen Reporterinnen und Reporter nach Haiti, Afrika und China aus, an die Schauplätze der Textilproduktion. In der Schweiz recherchieren sie am Rohstoffhandelsplatz Genf.

Weil das gross angelegte Vorhaben das reguläre Redaktionsbudget sprengen würde, organisierte das Magazin ein Crowdfunding, eine Premiere für Reportagen. 22’000 Franken setzte die Redaktion als Zielbetrag, 24’122 kamen schliesslich zusammen – genauso viel, dass nach Abzug der zehn Prozent für die Leistungen der Plattform Wemakeit die angepeilte Summe für die Mega-Recherche auf dem Konto blieb.

«Es war ein Experiment mit ungewissem Ausgang»

Chefredaktor Daniel Puntas Bernet ist erleichtert, dass die Geldsammlung funktioniert hat – umso mehr, weil ein Teil der Reporterinnen und Reporter schon unterwegs ist. «Ich war in den letzten Wochen schon etwas nervös», gesteht Puntas Bernet. «Es war ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Gleichzeitig zählte ich darauf, dass unsere Kernleserschaft bereit ist, mitzuhelfen», sagt der Chefredaktor im Gespräch mit persoenlich.com. Wäre das Geld nicht zusammengekommen, hätte Reportagen bei Stiftungen anklopfen müssen.

Etwa die Hälfe des Geldes stammt von Abonnentinnen und Abonnenten. Die andere Hälfte, vermutet Daniel Puntas Bernet, stammt von Leuten, die am Thema Fair Fashion interessiert sind. Wer sich am Crowdfunding beteiligt hat, erhält im kommenden Frühjahr das Ergebnis der weltumspannenden Recherche als Specal Edition. Wer das Magazin abonniert hat, liest die Riesenreportage in Ausgabe Nummer 82.