Journal B wird Anfang September seine journalistische Berichterstattung aufnehmen, (persoenlich.com berichtete). Nun ist auch der Name des Chefredaktors des neuen Berner Onlinemagazins bekannt: Es handelt sich um Beat Kohler (im Bild), den ehemaligen Co-Chefredaktor der "Jungfrau Zeitung". Zusammen mit Projektleiter Manuel Gnos wird er die Aufnahme der redaktionellen Arbeit vorbereiten.
Neben Wahl eines Layouts und Marketingmassnahmen gehört dazu auch die Besetzung der Redaktion. Sie soll 3.5 Vollzeitstellen umfassen, wie Kohler gegenüber persoenlich.com meint. "Verschiedene Kontakte sind bereits geknüpft, das Team wird aber erst in den kommenden Wochen definitiv zusammengestellt."
Bereits gesetzt ist die technische Zusammenarbeit mit dem Berliner Unternehmen Sourcefabrik und der Basler "TagesWoche". Erstere bietet ein Open-Source-CMS-System an, zu deren Verwendung Journal B durch die Tageswoche ermutigt wurde. Wie Gnos gegenüber persoenlich.com sagt, ist über die technische auch eine inhaltliche Zusammenarbeit mit der TagesWoche angedacht. Konkret beraten die beiden Zeitungen darüber, dass Journal B den News-Ticker der TagesWoche auch in ihre Web-Seite integrieren könnte. Ansonsten gebe es aber inhaltlich kaum Überschneidungspunkte. Denn sowohl Kohler als auch Gnos betonen, dass die Berichterstattung von Journal B klar auf die Stadt Bern fokussiert sein werde.
Hier versucht sich die Zeitung mit Beiträgen zu Politik, Kultur und Alltag zu positionieren. "Der Fokus wird sicher nicht so ausgeprägt auf dem schnelllebigen Tagesgeschäft liegen, wie bei einer Tageszeitung. Wir werden versuchen, stärker in die Tiefe zu gehen, mehr Information zu bieten", so Kohler. Auch Gnos betont, dass mit "Bund" und "Bernerzeitung" der News-Bereich im Standort Bern bereits abgedeckt sei und sich Journal B vor allem auf den "einordnenden Journalismus" und Hintergrundberichte konzentrieren werde.
Die Finanzierung des Online-Journals soll gemäss Gnos zu 60-70 Prozent durch die Aktiengesellschaft des Vereins Berner Online Medien sichergestellt werden. Vereinsmitglieder zahlen 250 Franken Jahresbeitrag. Die restlichen Kosten sollen durch Inserate sowie von der Stiftung für Medienvielfalt Basel und der Stiftung Ursula Wirz getragen werden.
Was eine politische Vereinnahmung des Onlinejournals von Links-Grün im Vorstand des Trägervereins sind die Berner Stadträte Urs Frieden (Grüne) und Thomas Göttin (SP) - anbelangt, meint Kohler klar: "Mir geht es darum Sachfragen zu beleuchten und zu kommentieren. Dabei leiste ich mir eine eigene Meinung, die nicht auf ein Parteibuch abgestimmt ist. Das war bei meiner bisherigen Tätigkeit bei der Jungfrau Zeitung so und das wird auch beim Journal B so sein." (bn)