Magnum-Fotograf mit zwei Ausstellungen

René Burri - Hommage an Tinguely -- Architektur und Architekten.

Der Schweizer Magnum-Fotograf René Burri gibt in Basel gleich in zwei Ausstellungen einen Einblick in sein Werk. Im Zentrum der einen steht Jean Tinguely. In der andern geht es um Architektur und Architekten.

Einen schwarzen Hut auf dem Kopf, eine kleine Leica um den Hals, stellte der 72-jährige preisgekrönte Zürcher Fotograf René Burri am Freitag im Museum Tinguely den Medien die seinem 1991 verstorbenen Freund gewidmete Ausstellung vor. Sie umfasst rund 90 Fotos von Jean Tinguely & Co.

Obwohl Tinguely und Burri ihre internationale künstlerische Karriere Mitte der fünziger Jahre des letzten Jahrhunderts in Paris starteten, begegneten sie sich erst 1967 an der Weltausstellung in Montreal zum ersten Mal. Dort fotografierte Burri im Schweizer Pavillon den Aufbau von Tinguelys Relief "Requiem pour un feuille morte".

Mit persönlicher Note

Diese Bilderserie, in der Tinguely wie Charlie Chaplin in einer Antimaschinenwelt wirkt, ist der Ausgangspunkt für eine Hommage mit einer sehr persönlichen Note. So kritzelte Burri die Legenden für die schwarz-weissen und farbigen Fotos handschriftlich auf die Museumswand, was Museumsdirektor Guido Magnaguagno an Liebesbriefe denken lässt.

Auf die Museumswand wird auch ein kurzer Film projiziert, den Burri 1972 in Basel über Tinguely gedreht hatte und der den Aufbau von "Meta II" im Zeitraffer zeigt. Zu sehen sind auf verschiedenen Fotos auch Künstlerfreunde Tinguelys wie Yves Klein, Daniel Spörri oder Bernhard Luginbühl.

Die zweite Burri-Schau in Basel mit dem Titel "Utopia" wird im Ausstellungsraum Klingental präsentiert. Der Fotograf, der sich schon in jungen Jahren für visionäre, zukunftsweisende Architektur interessiert hatte, befasst sich in seinen Bildern etwa mit Le Corbusier oder Oscar Niemeyer, dem Schöpfer des modernen Brasilia. Die Ausstellung war zuvor schon in New York und Prag zu sehen. (sda)