Frau Thoma, der Relaunch des neuen "Blicks" liegt einen Monat zurück. Sind Sie zufrieden mit dem Neustart?
Ja ich bin sehr zufrieden mit dem Neustart des "Blick".
Warum ist der neue "Blick" besser?
Die Rückbesinnung zum Kern der Marke "Blick" kommt beim Leser- und Anzeigenmarkt sehr gut an. Darüber hinaus kann der Boulevard im grossen Format seine Stärke ausspielen. Und nicht zu vergessen: Der Sport hat wieder den von vielen Seiten gewünschten, eigenen Bund.
Nun schreibt die "SonntagsZeitung" in der jüngsten Ausgabe, dass der "Blick" weniger Exemplare verkauft als vor dem Relaunch. Stimmen die Zahlen, auf die sich die Konkurrenz beruft?
Bedauerlicherweise beschränkt sich die "SonntagsZeitung" nur auf den saisonalen Zahlenvergleich, der ihre These stützt. Seriös ist allein der Vergleich der Verkaufszahlen mit dem Vorjahreszeitraum und da liegt der neue "Blick" zu unserer Freude deutlich im Plus. Heisst: wir verkaufen im Oktober und November erheblich mehr Zeitungen, als vor einem Jahr. Das wollten wir erreichen wunderbar. Zudem haben wir über 8'000 Schnupperabos generieren können. Wer ein Schnupperabo hat, kauft den "Blick" logischerweise derzeit nicht am Kiosk.
Schlecht soll sich laut Zahlen vor allem die Samstagsausgabe verkaufen. Wie erklären Sie diesen Rückgang?
Die Samstagsausgabe verkauft sich nicht schlechter - im Gegenteil. Auch der Samstag liegt über Vorjahr. Man kann es drehen und wenden wie man will: Es geht aufwärts mit "Blick"!
Warum gilt der November als sehr schlechter Verkaufsmonat für Tageszeitungen?
Das Phänomen, warum Oktober/November schlechter verkauft als andere Monate, kann man nicht abschliessend beantworten. Es könnte mit dem trüben Wetter zu tun haben, aber daran liegt es sicher nicht allein. Fakt ist, dass alle Tagestitel in diesen Monaten etwas schlechter verkaufen. Schon im Dezember sind die Zahlen regelmässig wieder besser.
Ringier lancierte im Oktober eine breite TV-Kampagne. Müssten die Verkaufszahlen also nicht besser sein?
Eine Imagekampagne ist keine absatzfördernde Massnahme und nicht direkt am POS messbar. Die Verkaufszahlen sind wie oben erwähnt, besser als im Vorjahr.
Was vermuten Sie, welche Bilanz werden Sie im März ziehen?
Ich bin der festen Überzeugung, dass wir im März eine positive Bilanz ziehen können. Die Neukonzeption des "Blick" ist geglückt. Inhaltlich, formal und zahlenmässig.
(Interview per Mail: Christian Lüscher)