Marc Walder präsentiert 5-Punkte-Plan für die Medienzukunft

Ringier - Im Interview mit der "FAZ" befürchtet der Ringier-CEO, die Medienrevolution zu verschlafen.

Grosser Auftritt für Ringier-CEO Marc Walder in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ): In einem prominent aufgemachten Artikel befürchtet Walder, der kürzlich von einem Arbeitsbesuch aus den USA zurückkehrte, dass die hiesigen Medien die ganze Digitalrevolution verschlafen und schon bald in ihren Heimmärkten von den Amerikanern überrollt werden. Deren Radikalität habe man in Europa noch nicht erkannt, wird Walder zitiert. Europa hinke den USA bei der Digitalisierung journalistischer Produkte um zwei Jahre hinterher.

Für das eigene Haus fordert Walder deswegen einen Fünf-Punkte-Plan. Danach müsste erstens sich alles auf einen ausschliesslich mobilen Zugriff der digitalen Angebote zubewegen. Zweitens: Soziale Medien müssen viel stärker genutzt werden, um die Verlagsinhalte zu verbreiten. Drittens gelte es, viel stärker auf Videoformate zu setzen als bisher. Viertens: Die Werbung müsse kreativer werden. Die sogenannte Display-Werbung im Internet sei — nach Walders Erkenntnissen —  tot. Als fünften Punkt nennt Walder den Zwang zu erheblichen weiteren Investitionen in die Technologie. "Der Bedarf hierzu wird in Europa bisher nicht erkannt. "Der Erfolg von digitalem Journalismus basiert ganz wesentlich auf Technologie, auch wenn man dies hier nicht gerne hört," so der Ringier-Chef in der FAZ.

Gemäss Walder sind auch in Zukunft die wesentlichen Einnahmequellen Werbung und Geld, das für die Inhalte gezahlt wird. Allerdings müsse man bei der Werbung viel experimentierfreudiger und offener gegenüber neuen Formaten werden. 

Walder glaubt, dass Ringier für die Zukunft gut aufgestellt ist. Trotzdem müsse man weiter investieren, wenn man den Anschluss an die neuen Entwicklungen nicht verpassen wolle. So habe Ringier in den vergangenen sechs Jahren 1,4 Milliarden Franken in die technologischen Veränderungen investiert. Soeben habe man zusammen mit dem Springer-Verlag in Ungarn eine Online-Stellenbörse übernommen. (ma)

Bild: Keystone, Christian Beutler