Ringier CEO Marc Walder fand an den Münchner Medientagen (24. bis 26. Oktober) an einer Podiumsdiskussion deutliche Worte zur Zukunft der Medien. Gemeinsam mit anderen Verlagsgrössen wie Rainer Esser (ZEIT Verlag), Philipp Welte (Hubert Burda Media), Christian Nienhaus (WAZ-Mediengruppe) und Thomas Lindner (G+J Verlagsgruppe) wurde über Paid Content, Diversifikationsstrategien von Medienhäusern, Wachstumsperspektiven und Synergie-Potentiale diskutiert.
Walder betonte: "Die Reichweite von Print-Marken war noch nie so hoch - die Monetarisierung jedoch noch nie so schlecht." Das Preisniveau in der digitalen Welt - sowohl im Nutzer- als auch im Werbemarkt - bringe Medienhäuser in grossen Zugzwang. "Digital kompensiert bei weitem nicht die Verlust aus dem Print. In den USA nahm die Werbung in Zeitungen von 2010 auf 2011 um USD 2.1 Mia. ab; dem gegenüber steht ein Plus von USD 207 Millionen bei der Online Werbung."Im mobilen Internet seien die Prognosen nicht rosig - das spüre derzeit auch Google sehr stark. "Schuld ist der Trend, dass immer mehr Nutzer über Smartphones und Tablets aufs Internet zugreifen auch bei Suchabfragen via Google. Oder vereinfacht gesagt: Kleinere Screens bedeuten auch kleinere Werbeerlöse."
Marc Walder meinte, dass "Paywall" zurzeit das "Buzzword" der Medienbranche sei. Letzte Woche gab Axel Springer bekannt, "Die Welt" hinter eine Bezahlschranke zu stellen. Walder zitierte Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner hierzu: "Wenn wir nicht das Selbstbewusstsein haben, dass man für das, wofür wir von früh bis abends arbeiten und ein paar hundert Leute in Bewegung halten, ein bisschen Geld verlangt, dann sollten wir eigentlich unsere Tätigkeit einstellen." (pd)