Der Schweizer Marcus Brauchli wird neuer Chefredaktor der "Washington Post". Er wird der Nachfolger des 66-jährigen Leonard Downie Jr., der die Redaktion der Zeitung während 17 Jahren leitete. Mit der Wahl von Brauchli wird ein Generationenwechsel signalisiert, der das Blatt aus seinen finanziellen Schwierigkeiten hieven soll, schreibt nytimes.com. Die 42-jährige Herausgeberin der "Washington Post", Katharine Weymouth, ist erst seit 5 Monaten im Amt. Brauchli mit seinen 47 Jahren ist ebenfalls jung genug, um die Position des Chefredaktors während langer Zeit zu besetzen.
Die Wahl von Brauchli kommt überraschend, da die "Washington Post" bekannt ist für ihre genaue Berichterstattung über das amerikanische Politgeschehen. Brauchli hat nur wenig Erfahrung in Washington, doch sind frühere Kollegen der Meinung, dass er keine Mühe haben werde, sich in das neue Gebiet schnell einzuarbeiten. Einige Redaktoren und Reporter bei "The Post" jedoch bezeichnen den Führungswechsel inmitten der umkämpften Präsidenschaftswahlen als ungewöhnlich und störend, schreibt nytimes.com weiter.
Brauchli war zuvor beim "Wall Street Journal" als Chefredaktor tätig. Nach nur knapp einem Jahr im Amt trat der Amerikaner mit Schweizerpass zurück ("persoenlich.com" berichtete). Er hatte seine journalistische Karriere 1984 als Nachrichtenredaktor bei Dow Jones begonnen. Später berichtete er während 15 Jahren aus dem Ausland, unter anderem aus China, Russland und Japan. 1999 kehrte er nach New York zurück. Bei der "Washington Post" wird er ab dem 8. September seinen Posten übernehmen.