Mario Corti unterliegt im Prozess

SonntagsZeitung - Corti legt Berufung ein.

Ein Journalist der SonntagsZeitung hat in einem Artikel die Ehre des früheren Swissair-Chefs Mario Corti nicht verletzt. Das Bezirksgericht Zürich hat den Journalisten am Donnerstag freigesprochen, der Fall geht aber ans Obergericht.

Gleich nach der Urteilseröffnung legte Corti Berufung ein. Er sei sehr enttäuscht über den Freispruch, sagte der frühere Swissair-Chef.

Der Prozess wegen Verleumdung und übler Nachrede geht auf einen Artikel der SonntagsZeitung vom 17. März 2002 zurück. Unter dem Titel "Corti: Störmanöver gegen die Swiss" hiess es, dass Corti den Bundesrat über Pläne einer Investoren-Gruppe informiert habe. Er sei in den USA auf Investorensuche und damit gegen die Swiss aktiv gewesen.

Der Artikel beinhalte zwar mehrere unwahre Behauptungen, hiess es bei der Urteilsbegründung. Dies sei aber nicht strafbar -- und damit sei auch nicht Cortis Ehre als Privatperson verletzt worden. Als Swissair-Chef aber habe sich Corti gewisse Kritik gefallen lassen müssen, so der Richter.

Mit dem Urteil folgte das Gericht der Verteidigung, die einen vollen Freispruch verlangt und von einem vergleichsweise harmlosen Artikel gesprochen hatte. Cortis Rechtsanwalt dagegen sagte, mit dem Text sei der Eindruck entstanden, Corti habe sich hinterhältig und illoyal gegenüber dem Bund verhalten.