Marketingoffensive soll Digital-Nutzung vorantreiben

NZZ - Kostenloses Testangebot macht kostenpflichtigen Inhalt schmackhaft.

Dass die „Neue Zürcher Zeitung“ nicht nur auf Papier, sondern auf dem Smart-Phone, Laptop oder auf dem Tablet gelesen werden kann, soll endlich in den Köpfen der Leute verankert werden. Deshalb macht die NZZ nun über eine breit angelegte Werbeoffensive, mit Plakaten in Bus, Tram und am HB, mit Online-Werbebanner und ganzseitigen Inseraten auf ihr Digital-Abo aufmerksam. Dieses kann derzeit vier Wochen lang gratis getestet werden. So soll den Lesern der eigentlich kostenpflichtige Inhalt schmackhaft gemacht werden.

Die aktuelle Kampagne ist eine weitere Massnahme in der Bekanntmachung der Digital-Strategie, welche vor rund einem Jahr startete - mit der Aktion "Binär-Code" der Werbeagentur Jung von Matt/Limmat. Diese weitere Offensive weist darauf hin, dass auch unter potentiellen NZZ-Lesern die Zahlungsbereitschaft für die Digital-Nutzung nicht automatisch gegeben ist, sondern die Leute zuerst darauf sensibilisiert werden müssen.

Darüber, dass die Zahlungsbereitschaft für die Digital-Nutzung vergleichsweise gering ist, hat Tagesanzeiger.ch/Newsnet letzte Woche berichtet. Bei der NZZ sollen seit Einführung der Kostenpflicht im Oktober 2012 rund 800 User registriert sein, die ein Digitalabonnement gekauft haben. Bei einem Preis von 428 Franken pro Abonnement wurden damit bisher lediglich rund 300'000 Franken eingenommen - ein Betrag, welcher hinsichtlich der Kostendeckung der Lancierung der Paywall unzureichend sei, wie der "Tages-Anzeiger" berechnet.

Mediensprecherin Bettina Schibli dementiert die vom  Tages-Anzeiger genannten Zahlen "als bei Weitem nicht zutreffend" und sagt, dass die Paywall nur "eine der integralen Massnahmen" sei, in der langfristig angelegten Gesamtstrategie. Die Paywall sei zwar eine wichtige logische Basis, stelle aber insgesamt nur einen Bruchteil des Gesamterfolges der digitalen Ausrichtung dar. Die Entwicklung der digitalen Auflage könne als erfreulich bezeichnet werden. "Sie liegt über den budgetierten Erwartungen", sagt Schibli. Die Anzahl der Neuregistrierungen (Neu-Abonnenten und bestehende Abonnenten) auf nzz.ch habe seit der Lancierung der Paywall um 60 Prozent zugenommen auf über 100'000 registrierte und regelmässige aktive Nutzer der Website und der diversen digitalen Angebote. Neben Neukunden würden die neuen digitalen Möglichkeiten auch sehr stark von den bestehenden Kunden genutzt, welche sich in einem positiven Ausmass registrierten. 

Die steigenden Zugriffszahlen von nzz.ch seit anfangs Jahr führt Schibli zu einem wichtigen Teil die Überarbeitung des Layouts zurück, welches mit neuen Gefässen wie Newsticker und mehr sichtbaren Einstiegspunkten im oberen Teil der Website locke. Auch die Stärkung der Nachrichtenredaktion habe zur Steigerung der Zugriffszahlen beigetragen. (eh/lf)