Massiver Ausbau der Online-Redaktion

20 Minuten - Vorwärtsstrategie im Internet wird fortgesetzt.

Während der Tages-Anzeiger im Internet weiterhin auf kleinem Feuer kocht und seine Mittel vornehmlich in den Aufbau der Regionalredaktionen fliessen lässt, setzt Tamedia seine Online-Vorwärtsstrategie bei 20 Minuten fort: Das Pendlerblatt baut seine Online-Redaktion ab Anfang August um weitere elf Vollzeitstellen aus -- neun in der Deutschschweiz, zwei in der Romandie. Dies bestätigt 20-Minuten-Online-Chef Peter Wälty gegenüber "persoenlich.com". Hierzulande leistet sich kein anderer Printtitel eine personell besser ausgestattete Online-Redaktion.

Mit dem Ausbau erhält die Online-Redaktion von 20 Minuten ab August auch eine klare Ressortstruktur. Eingestellt werden Journalisten in den Ressorts "Unterhaltung", "Sport", "Reportage", "Video", "Community", "User Generated Content" und "Ausgang". "Wir investieren damit direkt in die Qualität unserer Inhalte", sagt Wälty gegenüber "persoenlich.com". Insbesondere will sich das Pendlerblatt im Internet mit deutlich mehr Eigenleistungen von seiner Konkurrenz abheben. "Wir haben festgestellt, dass die Leser eigenständige Artikel honorieren. Allein Agenturmeldungen im Internet anzubieten, reicht heute nicht mehr."

Laut Wälty hat 20minuten.ch seine Reichweite im Internet in den vergangenen zwölf Monaten vervierfacht -- nicht zuletzt auch dank einem wachsenden Anteil eigener Geschichten. Die in die Höhe schnellenden Nutzungszahlen haben jedoch auch dazu geführt, dass deutlich mehr Reklamationen punkto Textqualität auf der Redaktion eingegangen sind. Ab August soll deshalb ein Textchef mit einem Team von "Quality Managern" eingestellt werden und eine markante Verbesserung bei der Text-Produktion bewirken. "Wir hoffen, damit unsere Glaubwürdigkeit bei den Lesern verfestigen zu können", so Wälty. Um nicht an Schnelligkeit zu verlieren, werden die Texte erst nach der Publikation auf Verschreiber durchforstet.

20 Minuten wurde im vergangenen Jahr pedantisch genau vom Pendlerblog unter die Lupe genommen -- jeder entdeckte Rechtschreibefehler wurde von den Blogger als kleine Trophäe zur Schau gestellt. Nur wenige Monate nach der Einstellung des Pendlerblogs schaut nun mit "20min" bereits ein neuer Watchblog dem Pendlerblatt auf die Finger. Laut Wälty steht die Stärkung der Produktion und des Korrektorats nicht in Zusammenhang mit der Lancierung des neuen Watchblogs. Die Stärkung der Qualitätskontrolle sei ein Anliegen, das schon seit längerem weit oben auf seiner Prioritätenliste stehe. (dvp)