Matthias Koch gibt Mehrheit ab

Eichborn Verlag - Keine Auswirkungen auf Insolvenzverfahren.

Der Besitzer des Berliner Aufbau Verlags, Matthias Koch, hat seine Aktienmehrheit an dem insolventen Frankfurter Eichborn Verlag abgegeben, behält aber eine Minderheitsbeteiligung von mehr als einem Viertel. Das teilte Koch am Freitag in Berlin mit. An wen der Berliner Unternehmer einen Teil seiner Aktien abgegeben hat, wurde nicht mitgeteilt. Eine Sprecherin sagte auf Anfrage, der Erwerber müsse sich von sich aus melden. Dem dürfe man nicht vorgreifen. Auch der Eichborn Verlag kannte den neuen Besitzer zunächst nicht. Sobald er sich melde, werde man dies wie vorgeschrieben mitteilen, sagte Mediensprecher Dieter Muscholl.

Auf das Insolvenzverfahren hat der Aktienwechsel nach Auskunft des als Verwalter eingesetzten Anwalts Holger Lessing keine Auswirkungen. "Weder ändert sich etwas an der Insolvenzmasse, die ich zu verwalten habe, noch gibt es neue Mitspracherechte", sagte Lessing der Nachrichtenagentur dpa. Aufbau-Verleger Koch hatte erst Anfang des Jahres rund 75 Prozent an dem angeschlagenen Eichborn Verlag übernommen. Er wollte Eichborn nach Berlin holen und durch Synergieeffekte mit dem Aufbau Verlag sanieren. Die Verhandlungen scheiterten Anfang April, Mitte Juni meldete Eichborn Insolvenz an.

"Auch als Minderheitsaktionär werde ich den Insolvenzverwalter weiterhin in seinen Bemühungen unterstützen, Eichborn als programmatisch unabhängigen Verlag zu erhalten", erklärte Koch. Dass der neue Gesellschafter den Eichborn Verlag in Eigenregie sanieren will, hält Insolvenzverwalter Lessing für unwahrscheinlich. "Wer das ohne genaue Kenntnis der Zahlen macht, wäre ein Hasardeur", sagte der Anwalt. Die sauberste Lösung für einen möglichen Interessenten wäre seinen Worten zufolge, die Eröffnung des Insolvenzverfahrens abzuwarten und den Verlag dann ohne alte Verbindlichkeiten zu übernehmen. Das Verfahren muss spätestens bis zum 1. September eröffnet werden. (sda)