Die Schweizer Medienlandschaft befindet sich aufgrund der Digitalisierung in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Diese Transformation lässt sich mit einem alleinigen Ausbau der Posttaxenverbilligung ohne gleichzeitige Onlinemedienförderung aber nicht bewältigen, schreibt der Verein Media Forti. Der Entscheid der nationalrätlichen Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF-N), das Massnahmenpaket zugunsten der Medien aufzuteilen, sei deshalb völlig unverständlich.
Die Schweizer Demokratie sei auf funktionierenden Journalismus und gut informierte Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Der Entscheid der KVF-N diene jedoch «einzig der Strukturerhaltung gedruckter Zeitungen, die immer weniger Leserinnen und Leser erreichen», schreibt Media Forti am Mittwoch. Deshalb brauche es eine zukunftsgerichtete Medienförderung, die Print- und Onlinemedien unterstütze und damit allen Altersgruppen zugutekomme.
Media Forti kritisiert die Aussage von Nationalrat Christian Wasserfallen im Tages-Anzeiger/Bund, wonach Onlinemedien «die Unterstützung nicht brauchen» würden. «Doch diese Aussage hat mit der medien-ökonomischen Realität nichts zu tun», schreibt der Verein. Zudem sehe Nationalrat Philipp Kutter in der Republik «die Unabhängigkeit der vierten Gewalt» durch Onlinemedienförderung bedroht. Dafür gebe es «keinerlei Belege», so Media Forti weiter.
Media Forti, laut eigenen Angaben «unabhängig von Parteien und Interessenverbänden», fordert den Nationalrat auf, das Massnahmenpaket zugunsten der Medien zusammenzuhalten und gegen das Abtrennen der Onlinemedienförderung zu stimmen. Das Massnahmenpaket stärke «Wettbewerb, Vielfalt und Innovation im Mediensektor und wird auch von allen Branchenverbänden deutlich unterstützt».
Auch die Journalistenorganisation Impressum schloss sich der Forderung von Media Forti an. (pd/cbe)