Bei Direktbuchungen gewährt die Tamedia den Mediaagenturen neu zusätzliche Rabatte, um keinen Umweg über den Inseratevermittler Publigroupe machen zu müssen. Dies betrachtet Otto Meier, Direktor der Publicitas als Kampfansage, wie die HandelsZeitung berichtet. "Wir leisten einen Beitrag für den freien Markt", erklärt hingegen Jürg Brauchli, Leiter Bereich Zeitungen bei der Tamedia, dem Wirtschafsblatt.
Den grossen Mediaagenturen, die mehr als 1 Mio. Franken umsetzen, wird bei einer Zusammenarbeit mit Tamedia ein zusätzlicher Rabatt von 1.5 Prozent eingeräumt. Übersteigt der Mehrumsatz für dieses Jahr eine bestimmte Schwelle, beträgt der Rabatt gar 4 Prozent. Gemäss Otto Meier verletze Tamedia damit das geltende Tarifsystem. So sollten gemäss SWA Gutschriften, welche die Agentur beim Medienanbieter erhält, an die Kunden weitergegeben werden.
Für Jürg Brauchli betrachtet die Rabatte als "Aufwandsentschädigung" zuhanden der Agenturen, womit der zusätzliche administrative Aufwand bei Dirketbuchungen entschädigt werden soll. Mit dem Schritt sei die Tamedia einem Bedürfnis der Mediaagenturen nachgekommen.