Medien für kulturelle Vielfalt

Moritz Leuenberger - Bundesrat am Weltinformationsgipfel.

Die Welt lebe zunehmend unter der Herrschaft der englischsprachigen Kultur, sagte Bundesrat Moritz Leuenberger am zweiten Tag des Weltinformationsgipfels in Tunis. Dabei seien kulturelle Inhalte weit mehr als bloss Waren.

Das Recht, in seiner Muttersprache zu sprechen, das Recht auf eine kulturelle Identität, seien Menschenrechte. Dazu müssten Informationstechnologien wie Internet, Radio und Fernsehen genutzt werden: Nicht um die Menschen zu manipulieren oder zu bevormunden, sondern um sie zu freien Entscheidung zu befähigen.

Gerade heute könnten die modernen Kommunikationsmittel viel zur kulturellen Vielfalt beitragen. Stattdessen führten sie zur Gleichförmigkeit, zur "Globalisierung im negativen Sinn", sagte Leuenberger gemäss Redetext. Es sei aber zu einfach, bloss die Überlegenheit der englischsprachigen Kultur zu beklagen.

In den Ländern Afrikas und Lateinamerikas seien die Lokalradios wichtig für die Information und Unterhaltung der Bevölkerung. Diese müssten unterstützt und gefördert werden. Auch in der Schweiz gebe es, etwa für die italienischsprachige, Schweiz, Radio- und Fernsehprogramme, die rein ökonomisch nicht gerechtfertigt seien.

Es genüge aber auch nicht, allein die Technologie zur Verfügung zu stellen, sagte der Schweizer Infrastrukturminister. Eine freie und demokratische Gesellschaft und der freie Zugang zu Informationen seien weitere Voraussetzungen für eine lebendige kulturelle Identität.