Das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (Fög) prüft in seinem Jahrbuch Qualität der Medien jedes Jahr, wie gut Presse, Onlineportale, Radio und Fernsehen informieren. Dafür werten die Forschenden eine Zufallsstichprobe von Beiträgen aus und messen sie an vier Dimensionen: Relevanz, Vielfalt, Einordnungsleistung und Professionalität.
Für 2025 haben sie 64 Informationsmedien bewertet. Nicht mehr dabei sind die eingestellten Printausgaben von 20 Minuten, 20 minutes und 20 minuti sowie La Domenica. Auf einer Skala von null bis zehn erreichen die untersuchten Medien im Schnitt 6,4 Punkte. Das entspricht etwa dem Mittel aller Untersuchungsjahre.
Am stärksten verbessert hat sich die Einordnungsleistung, also das Vermitteln von Hintergründen und Zusammenhängen. Nach drei Jahren mit Rückgängen erreicht sie den höchsten Wert seit Messbeginn. Auch die Relevanz nimmt zu. Rund 40 Prozent aller Beiträge befassen sich mit Politik, 2019 war es knapp ein Drittel. Die Forschenden bringen dies mit der Pandemie, den Kriegen in der Ukraine, in Gaza und im Iran sowie mit Wahlen in grossen Ländern in Verbindung.
Gegenläufig entwickelt sich die Sachlichkeit. Sie fällt auf den tiefsten Wert der elf Untersuchungsjahre. Rund 15 Prozent der Beiträge sind moralisch-emotional gefärbt. 2015 waren es knapp neun Prozent. Besonders häufig ist dieser Stil in Gastbeiträgen und in der Politikberichterstattung von Sonntagszeitungen und Magazinen.
Seit 2015 zugelegt haben die Eigenleistungen. Über 70 Prozent der Beiträge stammen von den Redaktionen selbst, damals waren es knapp 60 Prozent. Ein Grund: Grosse Medienhäuser haben ihre Zusammenarbeit mit Keystone-SDA reduziert oder beendet. Die Vielfalt liegt trotz leichter Verbesserung deutlich unter dem Niveau von 2015. Die Medien konzentrieren sich stärker auf nationale Themen, und immer mehr identische Artikel erscheinen in mehreren Titeln.
Unter den Medientypen führen erneut die Radio- und Fernsehsendungen von SRF, RTS und RSI, auch wenn ihre Werte längerfristig sinken. Die höchsten Werte aller Titel erreichen NZZ und WOZ mit je 8,0 Punkten, die tiefsten der gedruckte Blick und blick.ch mit je 4,5 Punkten.
Verknüpft mit Befragungsdaten des Digital News Report 2026 zeigt sich: Wer besser abschneidet, geniesst mehr Vertrauen, erreicht aber nicht automatisch mehr Publikum. Eine Sonderrolle sehen die Forschenden bei der SRG: Ihre Angebote verbinden überdurchschnittliche Qualität mit hoher Reichweite und sehr hohem Vertrauen. Abonnementmedien wie NZZ, Tages-Anzeiger, Le Temps und 24 heures schneiden bei Qualität und Vertrauen gut ab, erreichen aber ein kleineres Publikum. (nil)

