Medien recherchieren gründlicher

Forschungsskandale - Reporter müssen sich jedoch auf Berichte verlassen können.

Nach Skandalen um gefälschte Berichte und Statistiken gehen Wissenschaftsjournalisten vorsichtiger und kritischer mit Themen um, die sie international anerkannten Fachmagazinen entnehmen. Forschungsskandale, wie etwa die des Südkoreanischen Stammzellforscher Hwang Woo Suk, hat Reporter, Medien und die Bevölkerung aufhorchen lassen. Jetzt zeigt sich in den USA der Trend, dass Wissenschaftsreporter mehr Zeit darauf verwenden, Berichte gründlich zu prüfen und ihrer Darstellung Hintergrundinformationen oder Gegenmeinungen beifügen.

"Ich lese die Berichte gründlicher durch, aber ich bin in der gleichen Situation, in der auch die Magazin-Journalisten sind: Wenn jemand Daten fälschen möchte, ist das nur schwer herauszufinden", sagt Rob Stein, ein Wissenschaftsreporter der Washington Post, zur New York Times. Das liegt mitunter daran, dass die wenigsten Journalisten, die sich mit Wissenschaftsthemen beschäftigen, selbst Wissenschaftler sind. "Als Journalist muss man einfach ein gewisses Vertrauen in renommierte Fachmagazine haben", betont die stellvertretende Chefredakteurin von Spektrum der Wissenschaft Inge Höfer im pressetext-Interview. Allerdings sei es die oberste Pflicht des Reporters sich ausreichend über das Thema und seine Herkunft zu erkundigen.